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1 (1868)
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630
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Anhang

lieh anderem Charakter, 2 bis 3 Zoll grosse, meist aus geraden Linien, diein allerlei Winkeln an einander geschoben sind oder sich kreuzen, später

Fig. 238.

auch complicirtere, mit krummen Linien untermischte Formen zeigen, aberstets eine gewisse Familienähnlichkeit mit einander haben , kommen erstseit dem Ende des XIV. Jahrh., im XV. und XVI. Jahrh. regelmässig aut'allen Werkstücken vor und sind in sofern bemerkenswert!! , als man (ab-gesehen von zufälligem Wechsel der Gesellen) aus der Wiederkehr dernämlichen Zeichen an verschiedenen Gebäudetheilen schliessen kann, dassder Bau hinter einander fort und von denselben Arbeitern gefördert wurde;,aus dem Vorkommen verschiedener Zeichen aber im Allgemeinen das Gegen-theil. Als ein beachtenswerthes Ergebniss aus der vergleichenden Betrach-tung der Steinmetzzeichen ist anzuführen, dass das Zeichen des Regens-burger Dombaumeisters Conrad Roritzer (1430-1465) nebst mehrerenanderen im Dome von Regensburg vorkommenden.Zeichen sich auch amLettner des Domes von Magdeburg (1445) vorfindet. ') An einem Pfeilerdes Domes von Regensburg sind auf einigen grossen Ecksteinen viele Stein-metzzeichen neben einander angebracht, von denen Schucgraf a. a. ö.auf zwei Tafeln !l I mittheilt, und es scheint, dass die Steinmetzen, welchean dem grossen Bau des Domes nach und nach Theil nahmen , sich hier.wie auf einer Gedenktafel durch das Einhauen ihrer Zeichen verewigt haben.Gleiche Bedeutung hat auch die Steinmetzentafel im Chore der 1431 voll-endeten Pfarrkirche zu Neumarkt (oben S. 624 Fig. 235), wobei zu bemer-ken ist, dass, wie öfter vorkommt, das Zeichen des Meisters wappenschild-artig umzogen erscheint, um- dasselbe dadurch vor den Zeichen der Gesellenauszuzeichnen. Im Laufe des XVI. und XVII. Jahrh. kommen nebenund ausser den eigentlichen Steinmetzzeichen auch Monogramme mit denAnfangsbuchstaben der Namen vor.

lieber die auf Ziegeln gebräuchlichen Fabrikzeichen vergl. oben S. 34Fig. 8. ...

Eine reichhaltige, nicht in den Buchhandel gekommene Sammlung vonSteinmetzzeichen (mit einem Vorworte) hat Dr. Back in Altenburg heraus-gegeben; vergl. Anzeiger des german. Museums. 1863 Sp. 119. LeberSteinmetzzeichen in Breslau vergl. Alw. Schultz, in den Mittheil. der k. k.Central - Commission (1862) 7, 52, über dergl. in Böhmen Fz. Jos. Be-nesch, ebd. (1864) 9, XLI u. Taf. XI f. und in Bayern Sighart, Bayer.Kunstgesch. S. 293 Fig. 101.

und z.B. am'Westportalbau des Domes von Rheims (ob auch irgendwo in Deutsch-land?) förmlich in ein System gebracht in der Gestalt des T, von Halbmonden;Pfeilen, Schuhsohlen etc. Vorkommen. Vgl. Didron, Annales archfiol. 3, 31.

1) Nach der Entdeckung des Herrn Domcustos Brandt in Magdeburg. Vgl. N.Mittheil, des Thüring. - Sachs. Vereins VIII. 3 u. 4. S. 168.