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Gothische Kirchen
Gebiete der mittelalterlichen Kirchenbaukunst. Der Grundriss ergiebt diefünfschiffige Anlage, in der Grundform des Kreuzes, mit zwei westlichenThürmen ; das dreiseliiffige Querschiff durchschneidet das Gebäude fast inder Mitte, so dass sechs Joche auf das Langhaus, fünf Joche auf den Chorfallen, neben welchem sich die vier Seitenschiffe fortsetzen. Während dieäusseren Abseiten nur die drei westlichen Joche des Chores begleiten unddann rechtwinkelig schliessen, ziehen sich die inneren um das fünfseitig ausdem Zwölfeck geschlossene Chorhaupt herum, und zwischen den Strebe-pfeilern des letzteren sind, von den Abschlusswänden der äusseren Seiten-schiffe anhebend, sieben mit drei Seiten des Achtecks schliessende Kapellenangeordnet, welche gewissermassen eine Fortsetzung der äusseren Seiten-schiffe bilden. Die Abseiten haben die halbe Höhe und jede einzelne diehalbe Breite des Hauptschiffes. Die Pfeiler von rundem Kern sind mitDiensten von verschiedenem Durchmesser reich besetzt, und die Sockel-platten haben die Gestalt eines länglichen verschobenen Vierecks, auf wel-chem die polygonen Basen der einzelnen Halbsäulen ruhen. Der Raum desTriforiums ist durch eine umlaufende Galerie belebt. — Das Aeussere er-scheint durch die Doppelreihe der in hohe Spitzthürme auslaufenden, ein-ander übersteigenden Strebepfeiler und durch die vierfachen Strebebögenim glänzendsten Schmuck, namentlich an der frei gelegenen Südseite, wäh-rend die nach einer engen Gasse belegene Nordseite einfacher gehalten ist.— Die Geschichte des Baues ist noch nicht ganz aufgehellt: die Gründungfand statt durch den Erzbischof Conrad von Hochsteden am 14. August1248 ; es kann indess aus verschiedenen historischen Gründen zweifelhafterscheinen , ob der Bau in den ersten zehn Jahren wesentlich gefördertworden sein mag, gewiss aber wurde gegen den Ausgang des XIII. Jahrh.hin und am Anfänge des folgenden eine ernste Thätigkeit entwickelt, sodass die Weihe des Chores am 27. September 1322 stattfinden konnte.Hierauf scheint man eifrig fortgebaut zu haben, so dass die Pfeiler desQuerschiffes bis zu den Capitälen der Abseitenarkaden bald beendigt wordensein mögen ; auch nahm man das Langhaus in Angriff und war besondersan der Aufführung des südlichen Thurmes thätig, welcher im Jahre 1437bis zum dritten Geschosse vorgerückt war. Für die südliche Kreuzvorlageund den nördlichen Thurm, sowie für das ganze Langhaus mit Ausnahme
Sp. 103—1!)8. 339—3GS ; nebst Nachtrag von v. Quast, ebd. Sp. 497—500. Vergl.auch den Aufsatz von G. Eckertz ebd. Sp. 307 — 370. —Ennen, L., Baugesch.des alten u. neuen Domes zu Cöln. 1803. Vergl. Organ für christl. Kunst. 1803.No. 15 f.
De Noel, M. J., der Dom zu Cöln. (IS34). 2. Aufl. 1S37. — Binzer, A. v.,der Cölner Dom, in 4 Stahlst, erläutert. 1S40. — Kiefer, Neue u. vollständ. Be-schreibung des Domes von Cöln. 1840. — Pf eil s clim id t, E. II., Gesch. des Domszu Cöln. 1842. — Schücking, Cbr. Beruh. Levin, der Dom zu Cöln u. seine Voll-endung. 1812.—■ Gerhardt, E., u. Levy-Elkan, D., Erinnerung an den Domzu Cöln. (IS15.) — Eisen, F. C., Neueste Beschreib, des Domes zu Cöln. (1856).2. Aufl. IS57. — Der Dom zu Cöln, in der Illüstr. Ztg. 1804. No. 1082.
Ueber den Vollendungsbau des Domes vergl. die Bauberichte der DombaumeisterZwirner u. Voigtei (No. I—50) im Cölner Dombl., abgedruekt auch in derZeitschr. für Bauwesen. — Ein Artikel zur Literatur des Cölner Domes im Dombl.von 1847. No. 30 ff.