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1 (1868)
Entstehung
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471
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Baustil.

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Der an Stelle des 1207 abgebrannten Ottonisclien Domes zu Magde-burg getretene Neubau zeigt in seiner mit einem zweigeschossigen Um-gänge und einem Kapellenkranze versehenen Chore, in der durchgängigenAnwendung des so frühzeitig im inneren Deutschland sonst nicht nach-gewiesenen Spitzbogensystemes und in manchen anderen Eigenschaftendeutlich den Einfluss des nordfranzösischen Kathedralenstils, und muss,trotz der Menge deutsch-romanischer Details und Eigentliümlichkeiten,im Wesentlichen als ein altgothisches Denkmal anerkannt werden. Mandarf annehmen, dass Erzbischof Albert II., welcher wenige Tage nachdem Dombrande seinen Einzug in Magdeburg hielt und vorher auf derUniversität zu Paris studirt hatte, wo sich ihm Gelegenheit hot, den da-mals so grossen Aufschwung der dortigen Baukunst kennen zu lernen,entweder fertige Baupläne aus Frankreich kommen liess oder deutscheBauleute dorthin sandte, um sich mit der neuen Kunstweise bekannt zumachen.) Die 1227 begonnene Liebfrauenkirche zu Trier,ein frühgothischer Centralbau. mit einzelnen romanischen Erinnerungenund von sehr complicirtcm Grundriss, hat den C-'hor der Kirche St. Ivedin Brame bei Soissons (1180 1 21G) in der Art zum Vorbilde, dass zu-nächst der Chor copirt und dann nochmals westlich vom Querhause wie-derholt wurde, statt des von Säulen getragenen Langhauses in dem fran-zösischen Urbilde. 1 2 ) In Naumburg, wo 1242 eine Weihe des imdeutsch-romanischen Uebergangsstile erbauten, noch unvollendeten Domesstattfand, 3 ) wurde in demselben Jahre ein gelehrter Mann und Magisterartium, Namens Peter, von Paris, wo er sich den Studien widmete, durchdas Domcapitel auf den bischöflichen Stuhl berufen, den er, von dermarkgräflichen Partei verdrängt, freilich nicht zu behaupten vermochte; 4 5 )es darf indess darauf hingewiesen werden, dass der am Westchor vonseinem Nachfolger bald darauf wieder aufgenommene Domhau im un-mittelbaren Anschlüsse an das Vorhandene, aber in grellem Gegensätzedazu nunmehr in entschieden gothischer Weise offenbar durch andereBauleute vollendet wurde. Der Plan zu dem 1248 gegründeten Choredes Domes von Cöln ist, wie unzweifelhaft feststeht, im Wesentlicheneine genaue Nachahmung des bei der Grundsteinlegung desselben im Baubegriffenen und schon weit vorgeschrittenen Chores der Kathedrale vonAmiens, und beide Grundrisse decken fast einander. °) In den Jahrenvon 12621278 fand ein Neuhau der S t i ft s k i r ch e zu Wimpfen

1) v. Quast, ebd. S. 172 u. 219 ff.

2) Schnaase, Kunstgesch. 5, 478, wo beide Grundrisse neben einander gestelltsind, auf deren Verwandtschaft zuerst Mertens (ebd. S. ISO) bereits im Jahre 1841hingewiesen hat.Didron, Annales archöol. 11, 272286.

3) v. Quast, im II. Kunstbl. 1855. S. 102.

4) Lepsius, C. P., Gesell, der Bischöfe von Naumburg 1, 81.

5) Schnaase a. a. O. S. 528, wo beide Grundrisse neben einander gestellt sind.

Vergl. Verneilh , Fel. de, la cathödrale de Cologne, in den Annales archeol. 7,5769; 225 240; 8, 117135. Die Uebereinstinnnung beider Grundpläne war

übrigens in Deutschland längst bekannt, und schon 1811 stellte Boisseröe derVergleichung halber beide zusammen. (Sulpiz Boisseröe. Stuttgart 1862. S. 121.)Das Studium französ. Vorbilder wird auch durch die Fenster der Apsidiolen darge-than, welche mit denen der Ste. Chapelle in Paris (12431248) fast buchstäblich