im norddeutschen Tieflande.
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im älteren Spitzbogen. (Mark. Forsch. 5, 171 nebst Ansicht.) — Der ro-manische Thurm der Stadtkirche.
/Jnntl bei Jüterbog. Die Kirche *) des 1170 gestifteten Cisterzienser-klosters, eine schlichte, spitzbogige Pfeilerbasilika aus Granitquadern ; aufbeiden Seiten des flachen Chores je zwei wie letzterer selbst innen rund,aussen im halben Achteck geschlossene, in der Tonne überwölbte Kapellen,wodurch der Chorraum die ganze Breite des Querschiffes einnimmt. DieKirche ist mit Kreuzgewölben überspannt, die im Schiff nach einem abge-flachten Rundbogen construirt sind und deren gothisch gegliederte Quer-und Kreuzgurte auf schlichten Kragsteinen aufsetzen, von denen einige inden Seitenschiffen mit romanisch ornamentirten Stuckmänteln 1 2 ) maskirtsind.(Puttrich, Denkm. II. Serie Jüterbog. Bl. 13. 15. 16. — Derselbe,Systemat. Darstcll. Bl. 2. No. 13.)
Anmerkung. Die bei weitem überwiegendste Mehrzahl der zumeisterst aus der Uebergangsperiode stammenden Dorfkirchen des nord-deutschen Tieflandes ist aus Granit erbaut und zwar in den ältesten Bei-spielen nach dem oben S. 292 Fig. 125 skizzirten Planschema, 'welchem inder Altmark 3 ) noch ein rechteckiger Sattelthurm (mit der Thür auf derGiebelseitc, nördlich oder südlich) von dpr Breite des Langhauses (zuweilennoch breiter als letzteres) westlicli hinzugefügt ist: Gross-Schwcchtenund Hase w i g bei Stendal, Walsleben und Iden bei Osterburg, II i n-denburg bei Sandau; bei anderen fehlt bereits die Apsis, und der Chorsehliesst in gerader Linie : Binde bei Osterburg. Krusemark bei Sandau,Vielbaum bei Seehausen, Wiepkc bei Gardelegen. Fine besondereGattung bilden die im Volksmunde sogen, »sieben verkehrten « ‘Dorfkirchen,wo nach dem in Süddeutschland häufigen Muster der Thurm in Osten überdem Chore steht, woran sich die Apsis lehnt: Hemerten 4 ) bei Tanger-münde, Tangein bei Salzwcdel, Belitz und Staffelde bei Stendal etc.— Auf dem Fläming ist die Apsis meist vorhanden; dagegen fehlt eineursprüngliche Thurmanlage grösstentheils : Haben, Mörz und Dahms-dorf bei Belzig, Lindo , Kaltenborn , Hohengörsdorf, Werbig,Lieh tc rf el de , llorgisdorf, Reinsdorf, Wahlsdorf bei Jüterbog,und die Eingänge befinden sich nie auf der Westseite. In einigen Bei-spielen ist (wie an der Dammkirche vor Jüterbog; die westliche Mauer mitwagerechtem Abschluss über die Dachhöhe der Kirche hinaufgeführt undbildet die Vorderseite für den daran gelehnten Fachwerkthurm : Neumarktan Jüterbog und Dorf-Zinna. Durch einen Steinthurm über der Westseitezeichnet sich L a n g e n 1 i p s d o r f 5 ) aus. Geradlinigen Chorschluss haben
1) Otte, II., die Kirche des ehemal. Cisterzicnser-Mönchsklostcrs zu Zinna, inden N. Mittheil, des Thüring.-Sachs. Vereins \T1. 2, 33—59.
2) S. oben S. 33 Fig. T. Diese Consolen sind mit Kalkmörtel überschmiert, unterwelchem sie roth erscheinen und deshalb bisher für Hackst ein gegolten haben. Beigründlicherer Untersuchung durch Hrn. Prof. Adler stellte sich indess heraus, dassdie rothe Farbe nur ältere Bemalung ist, und die Masse selbst aus Stuck besteht.
3) Vergl. Adler, Backsteinbauwerke I, 92.
1) Strack u. Meyerheim, Denkm. No. 5.
5) Puttrich, Denkm. II. Serie Jüterbog. Bl. 12.