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Romanische Kirchen
durch festgehaltene Princip, die Gebäude äusserlich und innerlich imRohbau stehen zu lassen und die sauberen Fugen (gelegentlich auchbei ährenförmiger Lagerung der Steine [Fig. 190], wie an den Giebeln
der Marienkirche zu Bergen,der Nicolaikirche zu Treuen-brietzen etc.), sowie die warme^Färbung des Mauerwerkes, in-sofern der Grund nicht behufsAufnahme von Wandmalereienverputzt wurde, als wesent-lichen , durch buntfarbige
Aehrenfürmige Steinlagerung
Wechselziegel noch erhöhten Schmuck zu behandeln. *) — Der Um-stand, dass die geschilderten Besonderheiten des Ziegelbaues (zu denensich überdies noch eine häufig buchstäbliche Uebereinstimmung der zuProfilirungen und Ornamenten verwendeten Formziegel an den ver-schiedensten Orten gesellt, was nur aus Benutzung der nämlichenFormen in den verschiedenen Ziegeleien erklärt werden kann) in demganzen weiten Gebiete, welches in Westen bis zur Altmark einschliess-lich, in Osten bis nach Preussen reicht und sich südlich vom Flämingund vom Fusse der Karpathen bis nördlich zu den dänischen Inselnerstreckt, nicht bloss übereinstimmend vorgefunden werden, sondernauch in den ältesten Beispielen (Jerichow) mitten im uncultivirtenLande schon in hoher, später so kaum wieder erreichter Vollendungerscheinen, rechtfertigt die Annahme einer Einführung dieser Typenin die neu christianisirten Lande aus der Fremde: indirect sicherwohl aus Italien, direct vielleicht von dem damals rasch an Machtwachsenden Dänemark aus, wo der Ziegelbau unter Waldemar demGrossen (1 157—1182) bereits fest gewurzelt und allgemein üblich war. * 1 2 )
flächen (— sei es geradlinig, wie in Fig. 188, oder, wahrscheinlich nach einem Lelir-brett, ausgekehlt, mehr kelehartig, wie in Fig. 189 —) zur Verbindung des Cylindersmit dem Kubus hergestellt wuiden.« Vergl. Adler, Backsteinbauwerke. I. 3, 40.—Nachgewiesen ist dieses Trapezcapitäl: zu Thorsager in Jütland ; zu ltöskild, Bjernede,Kingsted und Soröe auf Seeland (und in Schonen weit verbreitet); zu Altenkirchen,Bergen, Eldena und Colbatz, auf iiügen und in Pommern ; zu Altenkrempe, Gettorf,Lütjenburg, Segeberg, Schlagsdorf, Lübeck, liatzeburg, Vietlübbe, Mölln, Dargun,Wittenburg und Büchen an der Niederelbe ; zu Prenzlau in der Ukermark; zu Je-richow, Sandau, Schönhausen, Diesdorf, Arendsee, Salzwedel, Gardelegen, Gross-Beuster in der Altmark; zu Lehnin in der Mark; zu Oliva bei Danzig.
1) Vergl. oben S. 2(iö. — Die Verputzung wurde nur angewendet an den Ge-wölbekappen und Bogenleibungen (auch wenn letztere nicht aus verhauenen Ziegelnbestehen), an Nischen- und Blendenfeldern, sowie häufig in den Vertiefungen zwi-schen den Schenkeln des Kundbogenfrieses.
2) Die Vermuthung einer Uebertragung der Backstein-Architektur aus der Lom-bardei in die norddeutschen Tieflande hat v. Quast (D. Kunstbl. 1850. S. 235) aus-