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Romanischer Baustil.
Mauern, die oft übermässig dick angelegt wurden (s. in Fig. 167), suchteman durch ausgesparte Nischen wieder zu erleichtern und die Flächederselben durch Emporenöffnungen und Scheingalerien anmuthig zu be-leben. Letzteren Zweck wusste man auch zu erreichen, indem kreisrundeoder kleeblattförmige Durchbrechungen in den Blendbogenfeldern derThurmfenster und Kreuzgangsarkaden beliebt, und die grossen Rund-fenster an den Giebelfronten mit Radspeichen ähnlicher Füllung ver-sehen wurden.
Anmerkung. Von einer ganzen Reihe deutscher Kirchen, in welchender Spitzbogen neben dem Rundbogen in ausgedehnter Anwendungvorkommt, und welche alle Merkmale der Uebergangsperiode an sich tragen,ist aus historischen Gründen früher mit einer gewissen Hartnäckigkeit be-hauptet worden, dass sie schon im X. und XI. Jahrhundert entstandenseien, während man im XII. Jahrhundert den Spitzbogen durchgängig wie-der vermieden habe; dahin gehören die Kirchenruine zu Memleben, dieälteren Theile der Dome zu Naumburg, Merseburg, Bamberg und Basel,der Stadtkirche zu Freiburg a. d. Unstrut, der Sebaldskirche zu Nürn-berg etc. Gegenwärtig kann diese Ansicht als völlig abgethan betrachtetwerden.
C. R. Lepsius, über die ausgedehnte Anwendung des Spitzbogens inDeutschland im X. und XI. Jahrh., als Einleitung zur Uebersetzung von:II. Daily Knight, Entwickelung der Architektur unter den Normannen.1S41. — Desselben Briefe aus Aegypten, Aethiopien etc. S. 52.—Vergl.dagegen Kugler, Kl. Schriften 2, 376 ff.; 455 ff.
79. Die Mischbauten der in die erste Hälfte des XIII. Jahrhun-derts (und darüber hinaus) fallendenUebergangsperiodesindin Deutsch-land in allgemeinster Verbreitung erhalten, und viele von ihnen (z. B.die Dome zu Limburg a. d. L., zu Bamberg und Naumburg, die Ma-rienkirche zu Gelnhausen etc.) gehören durch geistvolle Anordnungund Fülle des schönsten Details zu den liebenswürdigsten Schöpfungendes Kirchenbaues : unselbständig zwar in den structiven Verhältnissen,aber an Reichthum und höchster Zierlichkeit des Ornaments unüber-troffen. Man darf es bedauern, dass sie eben nur die letzten Ausläufergeblieben sind der älteren nationalen Baukunst, die mit ihnen zuEnde ging.
lieber den Stil der Uebergangsperiode vergl. die geistvolle DarstellungbeiSchnaase, Ivunstgesch. 5, 300 ff.; auch v. Quast, Entwicklung derkirchl. Baukunst. S. 23 u. 51.