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Romanischer
ItÜfeli
Fig. 150 (nach Puttrich).
(Fig. 147) auch ohne Lisenen für sich allein vorkommt, liess die man-nichfaltigsten Variationen zu; er findet sich aus grösseren (z. B. wie inLaach die Fenster umrahmenden), oder kleineren Bögen bestehend;
jeder einzelne Bogen aus mehreren Steinen zu-sammengesetzt oder mehrere aus einer Stein-platte gehauen; halbkreisförmig oder flaclibogig;mit überhöhten Schenkeln oder hufeisenförmig;die einzelnen Kleinbögen enger oder weitläufigergestellt, und in letzterem Falle entweder hori-zontal verbunden oder wellenartig aneinandergezogen; die Bogenschenkel von Consölchen ge-tragen oder schwebend ; einfach oder gegliedert;schlicht oder verziert; die Bogenfelder leer odermit einer Blume etc. gefüllt, und gegen Ende des Zeitraumes erscheinenzuweilen (wie am Domchore zu Magdeburg) je zwei kleinere Bögen untereinem grösseren vereinigt, oder die Bögen einander durchschneidend(wie im Ziegelbau), endlich kleeblattartig, rechteckig oder spitz ge-brochen. —■ Die grosse Beliebtheit dieses Ornamentes machte dasselbegewissermaassen unentbehrlich, und man brachte dasselbe auch an denSchrägseiten der Giebelfelder an, entweder senkrecht gestellt und mitabwechselnd verlängerten Schenkeln stufenförmig ansteigend, oder gleich-laufend mit den Giebelschrägen und an der Spitze kleeblattartig zusam-mentreffend (besonders im Ziegelbau). — Statt des Bogenfrieses oder inBegleitung desselben, die Grundlinie der Dach- und Gurtgesimse bil-dend, kommen vor: das sogen, deutsche Band (auch Zahnfriesgenannt), eine schmale zurückweichende Linie mit übereckgestellten,also dreieckig vortretenden Steinen (vergl. Schnaase, Kunstgesch. IV.
_ 1, 204); der Kugelfries (Fig. 151), der
Perlstab (Fig. 152), die Schachbrettver-zierung u. a. m. — Bei schmuckvollerenBauten pflegen auch die Gesimse, beson-ders die runden Theile derselben mitVerzierungen (s. unten § 73) bedeckt zusein, und zuweilen wird das Dachgesimsvon Kragsteinen getragen, die dann entweder einfach sind, oder auch dieGestalt von Köpfen, Masken, Ungeheuern annehmen.
Fig. ist.
Fig. 152.
73. Den grössesten Schmuck verwendet clie ausgebildete roma-nische Baukunst auf die Portale, welche der altchristliche Basiliken-bau noch völlig vernachlässigt hatte. Die Seitenwände, zu dem Endezuweilen nach aussen verstärkt, sind weit abgeschrägt und stufen sichin zwei oder mehrere Pfeilerecken ab, welche in ihren rechtwinkeligenVertiefungen Säulen aufnehmen; dieselbe abwechselnde Gliederungpflanzt sich über den Kämpfern in der Bogenwölbung fort, und dasBogenfeld über dem wagerechten Thürsturz ist gewöhnlich mit einemRelief geschmückt.