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1 (1868)
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Verschiedene

eia tabernakelartiger Ueberbau mit einer Rolle errichtet, um welche sichdas Seil mit den Schöpfeimern schlingt, lind der aus dem XV. Jahrh.datirende Rrunnenbau im Dome zu Regensburg (Abbild. beiGailha-baud, die Raukunst des V. bis XVI. Jahrh. Bd. III. Taf. 17), ge-schmückt mit den Statuen Christi und der Samariterin, ist künstlerischausgezeichnet; der Brunnen im Strassburger Münster war von einfachererConstruction (Abbild, a. a. O., dem Texte eingedruckt). — Brunnen be-finden sich im Chorumgang des Münsters zu Freiburg i. Br. von 1511und in der Krypta der Petri-Paulikirche zu Görlitz ; unter dem Dome zuPaderborn entspringt ein Arm der Pader etc. — Ob die als Taufstein be-zeichnete Margella in der Krypta des Domes zu Speier etwa von einemBrunnen herrühren möchte, mag dahin gestellt bleiben : Taufsteine kom-men sonst in Krypten nicht vor.

4. Calvarienbei'ge hnons ealvariae = Schädelstätte) sind statuarischeDarstellungen des zwischen den Schächern gekreuzigten Erlösers, mitMaria und Johannes unter dem Kreuze, wie dieselben zu den Stationender Leidensgeschichte gehören ; z. B. der Jerusalemsberg bei Lübeck miteiner Passionsgruppe von 1468.

5. (’lii'istus.stiitucn aus Holz mit beweglichen Armen und Beinen(z. B. in der Marienkirche zu Danzigi , welche am Himmelfahrtsfeste inden Kirchen durch eine Oeft'nung im Deckengewölbe hinaufgezogen wur-den : andere, hohle, mit fünf offenen Wundenmalen (z. B. in Pforta, ab-gebildet bei Puttrich, Denkm. II. Serie Pforta Bl. 8), aus welchenman Blut fliessen lassen konnte, das durch eine Oeffnung im Kopfehineingegossen wurde.

6. («olilene Hosen. d. li. aus Gold gearbeitete Nachbildungen einesBlätter und Blüthen tragenden Rosenstockes in Form eines Tafelaufsatzes,kamen öfter in Kirchenschätzen vor, in die sie von hohen Personen,welche dieselben vom Papste zum Geschenke erhalten hatten, nieder-gelegt wurden. Seit der Mitte des XI. Jahrhunderts nämlich weihte derPapst jährlich am Sonntage Laetare, dessen Liturgie mitten in der Zeitder Trauer im Hinblick auf den endlichen Sieg der streitenden Kirche dieGemeinde zur Freude erweckt, in der Basilika S. Croce in Gerusalemmenach der Messe eine goldene Rose, die er darauf als ein Zeichen dergeistlichen Freude den Gläubigen in Procession zeigte und demnächsteinem gerade am päpstlichen Hofe anwesenden Fürsten zum Ehrenge-schenke übermachte, welcher mit der Rose sodann unter grossem Reiter-gefolge einen Umzug durch die jubelnde Stadt hielt. Vgl. Durandus,Rationale 1. 6 c. 53 n. 8: Hospinianus. Rud. , Festa Christianorum.Tiguri 1593. Fol. 43; Ughelli, Ital. Saer. I. 1, 297; (Buddeus)Allgem. histor. Lexicon 4, 154; Texier, Dictionnaire d'orfevrerie p.1335. *) ■— Wenn am Sonntage Laetare kein dieser Ehre würdiger Fürst

1. Die Uebersetzung Lutlier’s von Micha 4, 8, wo er, abweichend von allenalten 1 ersionen, das hebr. "p-r'.fad te) in Folge einer unrichtigen Punctation = orna-tus tuus nahm und völlig willkürlich durch » deine güldene Rose « wiedergegeben hat,kann nach dem Contexte wohl nur als beziehungsreiche Anspielung auf die Liturgiedes Sonntags Laetare erklärt werden. Vgl. S c h m i e d e r im Volksbl. für Stadt u. Land1854 Sp. 237 ff.