248
Verschiedene
stellen (Naturalienkabinet cles Waisenhauses zu Halle a. d. S.). Siewurden den Neugetauften um den Hals gehängt, um dem Tragen heid-nischer Amulete entgegen zu wirken. Vgl. Casalius, J. Bapt., de ve-terib. sacr. Christian, ritibus. (Francof. et Hannov. 1681.) p. 265. —Durandi Rationale 1. 6 c. 79 n. 3.: »Hi agni a fulgure et tempestatefideles et credentes defendunt propter virtutem consecrationis et benedictio-nis.« — Papst Urban V. (1302—1370) schickte dem griechischen Kaisermehrere Agnus Dei mit folgenden, deren Kräfte preisenden Versen :Balsamus et munda cum cera ehrismatis andaConficiunt agnum, quod munits do tibi magnitm.
Fulgura desursum depellit et omne malignum,
Peccatum frangit, ut Christi sanguis, et angit.
Praegnans servatur, simul et partu liberatur.
Dona parat dignis, virtutem destruit ignis.
Portatus munde, de fluctibus eripit unde.
Cf. S irmond in Ennodium p. 74, angeführt bei (Buddeus) Allgem.histor. Lexieon 3. Aufi. 1, 70. — Das Heiiigthum des Domes zu Halleenthielt nach dem Verzeichniss von 1520 (Gang I. 4) » Eyn helffenbeynenserchlen , darinne werden enthalten siebenhalbhundert Agnus dei vnd ein .«Vgl. Dreyhaupt, J. Christoph v., Besehr. des Saal-Creyses 1, 854.
2. Itclsaillcil. in Oesterreich Denksäulen genannt (wahrscheinlichmit Rücksicht auf deren fromme Stifter) , in Bayern Marksteine (weilsie oft auf Wegscheiden und Grenzen der Feldmarken und Weichbilderstehen) oder Feldkreuze, sind auf den kleinsten Raum zurückgeführteFeldkapellen, weshalb sie auch in manchen Gegenden vom Volke Ka-pellen genannt werden. Sie wurden häufig ex voto errichtet (daher V oti v-kreuze) und bestehen insgemein aus einem Steinpfeiler, der ein Taber-nakel mit einem Heiligenbilde oder eine Tafel mit einem biblischen oderlegendarischen Relief trägt (daher Bildstöcke) und zmveden unten miteinem Altärchen versehen ist. Viele dieser Betsäulen werden im Volks-munde mit localen Namen bezeichnet, die gewöhnlich von äusseren Um-ständen hergenommen sind, und die oft wiederkehrende BezeichnungKreuz lässt sich entweder auf das Kreuz zurückführen, worin die Taber-nakelkrönung auszulaufen pflegt, oder beruht insofern auf Uebertragung,als die Betsäulen häufig aus einem Crucifixus bestehen. Zu den ältestennachgewiesenen gehören die romanische (restaurirte) Predigersäulevor dem Petersthor in Regensburg und das frühgothische Ras tkreuz(so genannt von den Steinbänken , womit diese Bildsäule umgeben war)bei Oedenburg (Abbild, in den Mittheil, der k. k. Central - Commission1S57. 2, 321 Fig. 1); zu den weithin bekanntesten und künstlerisch aus-gezeichnetsten das (restaurirte) mit dem Stufenuntersatze gegen 32 F.'hohe Hoch kreuz bei Godesberg unweit Bonn vom J. 1333 (Abbild,bei Quaglio, Dom., Samml. merkwürd, Gebäude des M. A. II. 2 Bl. 2,und mehrfach anderwärts z. B. bei Kugler, Gesch. der Baukunst 3, 227)und die Spinnerin 1 ) am Kreuz bei Wiener-Neustadt, ein stattlicher65 F. hoher Tabernakelpfeiler von Michael Meinwurm (f vor 1418) in
1) Spinnerin, provinziell = Spinne.