Hochgräber.
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steine, die den römischen entsprechend an der oberen Schmalseite giebel-artig zusammenlaufen, wie der Grabstein des Bischofs Richwinus vonNaumburg (j- 1125) zu St. Moritz daselbst. ') — Während in Bronzegegossene Grabplatten bereits früher Vorkommen (z. B. im Dome zuMerseburg mit der Relieffigur des Gegenkaisers Rudolf von Schwaben,gest. 1080), werden seit dem XIII. Jahrh., besonders in Norddeutsch-land, Metallgrabplatten (Messing, Bronze) häufig, die aus mehreren Tafelnzusammengesetzt zu sein pflegen und mit geschnittenen oder gravirtenDarstellungen versehen sind : die älteste bis jetzt bekannte Platte (von6%X2V 3 F.) mit gravirter Zeichnung des Verstorbenen (Bischofs Ysovon Verden, gest. 1231) befindet sich in der von demselben gegründetenAndreaskirche daselbst. 1 2 ) — Die ältesten Grabsteine mit dem Bilde desVerstorbenen zeigen dieses ebenfalls nur in vertieften Umrissen, die zu-weilen mit schwarzem oder rothem Kitt ausgefüllt sind : Reliefbilder wur-den Anfangs vermieden, um den Fussboden nicht uneben zu machen 3 ) ;sie gehören erst späterer Zeit an, wenn auch einzelne bereits im XIII.Jahrh. Vorkommen, z. B. der Grabstein eines Ritters, dem Wappen nacheines Herrn v. Hahn, im kleinen Kreuzgang am Dome zu Merseburg. 4 ) —Eine eigentümliche Gattung bilden mehrere Grabplatten aus dem XIV.Jahrh. in der Klosterkirche zu Doberan, welche, im Anschluss an dasin Norddeutschland vorherrschende Backsteinmaterial, aus einer Mosaikkleiner Ziegelplättchen (4—500zu einem Leichensteine von c. 6 S 6 / 4 X3V4F.)zusammengesetzt sind, die in quadratischer Form gebildet ein Schach-muster von abwechselnd rother und dunkler Farbe darstellen, und teil-weise, wie die zur Beplattung der Fussboden (s. oben S. 72) dienendenfigurirten Ziegel, mit Thierbildern oder Ornamentmustern versehen sind. 5 )Turnb e n : aufgemauerte mit einer Stein- oder Metallplatte bedeckte,auch ganz aus Metallplatten zusammengestellte, über den Fussboden er-hobene Gräber oder Grabmäler. — Die älteren sind nur niedrig und um-schliessen zuweilen wirklich den Leichnam. Dahin gehört das GrabKaiser Otto’s des Grossen in der Mitte des hohen Chores in dem von ihmzuerst gestifteten Dom zu Magdeburg : unter einer schlichten Marmorplatteruhen die Gebeine über der Erde innerhalb eines aus Mörtelguss beste-henden, an manchen Stellen nur einen Zoll dicken Kastens, in einer nichtganz so grossen, roh aus starken Brettern gearbeiteten Holzkiste. °) —Die mit der bereits erwähnten Gussplatte bedeckte ebenfalls ganz niedrigeTumba Rudolfs von Schwaben in der Vierung des Doms von Merseburgist massiver Stein, an den Seiten mit schlichter Täfelung gegliedert. —
1) Abbild, bei Lepsius, C. P., Gesell, des Moritzkl. zu Naumburg Taf. III. 1.zu S. 122.
2) Abbild, im Correspondenzbl. des Gesammtvereins etc. 1853. 1,19.
3) Bas Generalcapitel der Cisterzienser von 1 194 verordnete wegen der Grab-steine: »Couequentur terrae, ne sint offendiculo transeuntium .« Vgl. Feil a. a. O.
4) Abbild, bei Puttrich, Denkm. II. Serie Merseburg Bl. VIII. 4 u. 5.
5) Vgl. Jahrbücher des Vereins für meklenb. Gesch. u. Alterthumskunde 9, 428;19, 3SS ; Abbild, in der Zeitschr. für Christ. Arehäol. u. Kunst Bd. II. Taf. 2 zuS. 28 ff.
6) Dieses wohl aus dem XIII. Jahrh. herrührende (also nicht das ursprüngliche)Grab musste am 22. Nov. 1844 wegen Schadhaftigkeit geöffnet werden.