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1 (1868)
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Orgeln.

Blasbälge, und es waren an derselben drei singende Mönche abgemalt. ') —Im Münster zu Freising ging die alte Orgel 11 59 durch Feuer zu Grunde.— Gleiches Schicksal hatte im J. 1200 die Orgel in der Klosterkircheauf dem Petersberge bei Halle a. d. S. : bis 1207 vollendete der Keller-meister Tidericus eine neue. — Während in Cöln schon 1250 der LaieJohannes als » factor organorum « vorkommt * 2 3 ), wird der DominicanerUlrich Engelbrecht, ein Schüler des Albertus Magnus, um 1200 als Ver-fertiger der ersten Orgel für das Strassburger Münster genannt; wie dennbis zum Ausgange des M. A. sich einzelne Mönche mit dem Orgelbaubeschäftigten. — In Nördlingen soll es schon im XIII. Jahrh. einen be-soldeten Organisten gegeben haben. — Im J. 1312 erbaut ein Deutschereine Orgel in Venedig, und bei der Oberkirche zu Frankfurt a. O. hatsich vom J. 1330 eine Instruction für den Organisten erhalten: » wy eynorgeniste si/n ding halden sal.« Darin heisst es, wer der Orgel vorsteht,der soll zu den Zeiten, wo man auf den Orgeln singen soll, in den Chorzu dem Schulmeister gehen und ihn um einen Treter bitten, zugleich sichmit ihm besprechen, was man singen solle, damit Chor und Orgel über-einstimmen, und nicht eine Confusion entstehe. '*) — Im J. 1388 wird dieOrgel in der Martinikirche zu Braunschweig erwähnt. — Um 1400 lebtder Orgelmeister Jörg zu Wien, welcher die grosse Orgel zu St. Stephandaseihst und auch viele andere in dem ganzen Lande zu Oesterreichmachte und verbesserte. 4 ) — Im Laufe des XV. Jahrh. vervollkommnetesich der Orgelbau wesentlich. Auf dem Genfer Altäre der Gebrüder vanEyck von 1432 im Museum zu Berlin ist die heil. Caecilie vor einemgrossen tragbaren Positive dargestellt, dessen im Prospect stehende Metall-pfeifen völlig den noch jetzt üblichen gleichen ; auch hat dieses Werk be-reits eine chromatisch geordnete Claviatur und anscheinend zwei Register-züge ; die Art und Weise, wie die Heilige die Tasten niederdrückt, setzteine schwere Spielart voraus. — Ein wichtiger Fortschritt war die Er-findung des Pedals, welche dem Heinrich Drassdorf (Traxdorf; zu Nürn-berg 1444, oder einem Deutschen, Namens Bernhard, in Venedig uni1470, oder endlich erst dem Joachim Strunck, Organisten der Petrikirchezu Braunschweig, 15S9 zugeschrieben wird. — Die noch in der Renais-sance übliche Disposition der im Prospect stehenden Pfeifen erscheintschon mindestens seit der Mitte des XV. Jahrh. gewöhnlich: der Orgel-macher Meister Stephan Kaschendorf baut 1400 die Orgel in der Elisabeth-kirche zu Breslau, »mit zweien Ausladungen und Türmen«. “) Namen vonOrgelbauern sind besonders seit der zweiten Hälfte des XV. Jahrh. viel-fach auf uns gekommen ; dem geistlichen Stande gehörten an : der PriesterMichael Gerlach von Lipss (Leipzig?) , welcher mit Hilfe von Peter

1‘ Zeiler, Topogr. Sax. inf. S. MD.

2) Fahne, Ant., Diplomat. Beiträge zur Gesell, der Baumeister des CölnerDomes S. 3S.

3) Spieker, Ch. W., Beschreib, u. Gesch. der Marien- oder Oberkirche zuFrankfurt a. O. S. 30. — Abbild. von Orgeln aus dem XIV. Jahrh. in Wagner,Traclitenbueh des M. A. Hft. 5 Bl. 7 Fig. 10 u. 1 2.

4) "Vgl. Schneegans, L., im Anzeiger des german. Museums 1857 Sp. 177 ff.ü, Schmeidler, die evangel. Haupt- u. Pfarrk. zu St. Elisabet S. 91.