Tragaltäre.
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am Niederrhein: zu Calcar und in St. Victor zu Xanten 1 2 ) ; in W e s t-falen: in der Petrikirche zu Dortmund, in der Kirche zu Schwerte: imDom zu Schleswig®); in Pommern : zu Triebsees 3 ), in der Nicolai-kirche zu Stralsund 4 5 * ) : in Preussen: in der Marienkirche zu Danzig,im Dom zu Frauenburg.
Anmerkung 1 . Tragaltäre (altaria viatica , itineraria , portatilia,motoria, gestatoria ) 3 ) , deren sich in Folge päpstlicher Privilegien seit demVII. Jahrh. nur Könige und P'iirsten, hohe Geistliche, Missionare und dieAebte einiger Mönchsorden auf Reisen etc. bedienen durften, bestehen auseinem kleinen in Holz oder Metall gefassten Steine, auf welchem nur Raumfür die Hostie und einen kleinen Reisekelch ist. Der Stein (lapis , tabula)ist gewöhnlich ein edler ( litium honestissimum ) : Onyx, Achat, Verde antico,Amethyst, Serpentin, Porphyr etc. , oft in Gold oder doch in vergoldetesKupfer gefasst, welches emaillirt oder sonst reich verziert und auf einerebenfalls ornamentirten hölzernen Unterlage befestigt ist. Die Reliquien,deren Vorhandensein wesentlich ist, sind entweder unter der Steinplatteoder in den vier Ecken der Umrahmung geborgen, und bei grösseren Reli-quien nimmt das Altärchen die Form eines sarkophagartigen, zuweilen aufMetallfüssen (Thierklauen) ruhenden hölzernen Kästchens an, welches mitElfenbeinsculpturen, getriebenen Silber- und Goldplättchen, Emails etc.belegt ist. Die meisten Tragaltäre sind zwar rechteckig, doch kommen auchrunde vor. Obgleich in alten Schatzverzeichnissen vielfach erwähnt, sinddoch die Reisealtärchen verhältnissmässig selten auf unsere Zeit gekommen,z. B. im Museum zu Darmstadt (angeblich X. Jahrh.) '*), in München (ausBamberg stammend) 7 8 9 ) und zwei im Stift Melk (XI. Jahrh.) s ) ; im Dome zuPaderborn 0 ), im Privatbesitz zu G'öln 10 j, aus St. Maria auf dem Capitol in
1) Weerth, E. aus’m, Kimstdenkm. des cliristl. M. A. in den RheinlandenI. Abth. Bildnerei Bd. I. Taf. XI—XIV u. XX.
2) Hans Brüggemann’s Altarsehrein in der Schlesviger Domkirche, gez. vonC. Chr. A. Böhndel. Hamburg o. J. — Vergl. Schleswigsche Kunstbeiträge 'Be-schreib. des Briiggemann’schen Altars ini Dom zu Schleswig aus der Kirche vonBordesholm;. Schleswig 1792.
3) Eine Earbenskizze befindet sich im Christi. Museum der Universität zu Ber-lin. — Werner, Beschr. des Altarschnitzwerks zu Triebsees. ls(i(l.
4) Rosen, C. v., der Hochaltar der Nicolaikirche in Stralsund, in den Balt.Studien XVI. 2. Vgl. Kugler, im D. Kunstbl. IS5G. S. 233 u. Zeitschr. für christl.Archäol. u. Kunst 2, 36.
5) Kaiser, J. B., diss. hist.-eccles. de altaribus portatilibus. Jen. 1695.—Darcel, Alfr., les autels portatifs, in den Annales archäol. par Didron 16, 77—89 ;vgl. ebd. 4, 289 ; auchLaib u. Schwarz, Studien etc. S. 44 ff. u. W eerth, E.aus’m,Kunstdenkm. I. Abth. Bd. II. S. 51.
G) No. 090; abgebild. in Müller, Hub., Beiträge etc. 2, 1. Taf. 3. S. 0.
7) Abbild, bei Labarde, Peinture en email. PI. V. ; vgl. Sighart. Gesch. derbild. Künste in Bayern 1, 127.
8) Jahrbuch der k. k. Central-Commission etc. 2, 32; vgl. Mittheilungen der-selben (1861; 6, 24.
9) Abbild, im Organ für christl. Kunst 1861. Artist. Beilage zu No. 7. Daselbst'S. 77) wird auch noch ein zweiter in Paderborn befindlicher Tragaltar aus KlosterAbdinghof erwähnt.
10) Abbild, bei Heideloff, Ornamentik etc. Lief. 8. Bl. 3.