104
Ciborienaltäre.
Laibund Schwarz a. a. O. Taf. VI. 4. VII. 6. 11. X. 3) erwiesen,dass sowohl das Ciborium mit dem über dem Altartische schwebend auf-
Fig-, 41 . Altarciborium im Dom 7.11 ßegensburg.
gehängten Weihbrotgefässe in Taubenform, als die Altarvorhänge (letztereallerdings nur zwei auf den Seiten und auch ohne Ciborienüberbau zwi-
Sammet der grüne gewebete, geschnitten über ringe
Ob jedem altar schwebete für den staub. Und sivenne der priester singe
So ward ein seiden schnürlein da gezucket,
Ein taub einen engel brachte, der kam aus dem geivölb herabgepflucket.
Ein rad ihn wieder führte inmitten an der schnür
Mit fluge gen ihm rührte ein taub und nahm den engel, sam sie fuhr
Aus paradiese, geleich dem heren Geiste,
Der messe zu hohem werthe, daran Christen salde liegt die meiste.«
Der jüngere Titurel 15—17. S. 341. — Die Phantasie des Dichters sieht hier ausserdem Ciborium nicht bloss Reliquienbehälter, Tafeln und Bilder, sondern auch denzur Abhaltung des Staubes über dem Altar ausgespannten Teppich (aus grünem Sam-met) , was sich in der That wechselseitig ausschliessen dürfte und nur beweist, dassder Dichter beides kannte, Ciborien- und Bilderaltäre. Die Ausspannung eines».pannus lineus albus« zum Schutze des Altars gegen herabfallende Unreinigkeitenschreibt die dem Gedichte gleichzeitige Synode zu Münster von 1279 (Hartzheim,Conc. Germ. 3, 646) vor. Vgl. Jakob, die Kunst im Dienste der Kirche S. 68;Laib u. Schwarz, Studien etc. S. 58. — Ueber die »Taube« s. weiter unten § 46.-