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1 (1868)
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Altarciboriuin.

aus dem XVI. Jahrh. im Museum des Grossen Gartens y.u Dresden. Vonsolchen Behängen sind zu unterscheiden die liturgisch gebotenen. feinenweissen Leintücher (pallae. mappae altaris), mit denen die Altarplatte be-deckt wird: auch kommen grössere gestickte Teppiche (stragula, palluda-menta altaris, Vespertüeher) vor, welche zur besseren Conservirung desWeisszeuges nach dem Morgengottesdienste besonders an Festtagen überdie Mensa gebreitet wurden. 1 2 3 ) Eine Altardecke in Weisszeug - Stickereiaus dem XIII. Jahrh. besitzt das Kloster zu Zehdenik, zwei andere ausdem XV. u. XVI. Jahrh. die Stiftskirche und die Jacobikirche zu Strau-bing. Zur Vollendung der liturgischen Zurüstung des Altartisches ge-hört die Aufstellung eines Crucifixes, einiger Leuchter und des Messbuches :der Hochaltar des Doms zu Magdeburg' sollte nie mit gemalten oder ge-hauenen Bildern besetzt werden, sondern nur mit dem Crucifixe, Evangelien-und Messbüchern in Prachtbänden und (zuZeiten) mit Reliquienschreinen . A ,

33. Ueber den Altären wurde schon frühzeitig auf vier Säulenruhend ein Baldachin [ciborium*), tabernaculum, umbraculum ) ange-bracht , von dein in der Mitte das Gefäss mit dem Weihbrote, oft inGestalt einer Taube, herabhing, und Vorhänge (tetravela) an denSeiten gestatteten dem Ministranten sich und das heilige Mysteriumprofanen Augen zu entziehen. Dergleichen Ciboricn kommen,vielleicht des Andenkens an die alte Sitte halber, auch im Mittelalterhin und wieder als kapellenartige Ueberbaue über Seitenaltären vor;sonst war es üblich den Altartisch gegen herabfallenden Staub durcheinen über demselben ausgespannten Teppich zu schützen.

Die mit Ciborien überdeckten Altäre aus dem Mittelalter, die bisjetzt in deutschen Kirchen nachgewiesen sind, lassen sich zwar in derForm auf die altchristlichen in Italien (S. Clemente und Giorgio in Ve-

il Vgl. Bock, Fz., in den Mittheil, der k. k. Centralcommission etc. 185*. 3,92.

2) Bock, Fz., u. Jakob, G., die mittelaltcrl. Kunst in ihrer Anwend, zu liturg.Zwecken, ltegensb. i'ISäT; S. I.

3) Nach gefälliger Mittheilung des Herrn Director Wiggert zu Magdeburgheisst es in dem »Liber rituulis ecclesie Magd.« vom Finde des XIII. Jahrh. (Pergament-IIs. vom Anfänge des XV. Jahrh. in der Bibliothek des Domgymnasiums) p. (15:»Sciendum tjuod in Magdeburgensi ecclesia super majus altare nullae imagines pictaevel sculptae poni consueverunt praeter solenn passioneni salvatoris; sed libri evange-liorum et sacranientnrinm oruati et reliquiae sanctorum ponisolent: imagines enimsunt res umbratdes et veritatem rei quam repraesentant in se non habentes, sed evan-gelia doctrinam vitae et veritatem continent, non mnbram et signam rei. dies enimsignijicata digmor est honore, quam res signans. Passio veroJ~e.su Christi nobis neces-sana est ad saht fein et nulla adversa snperare possumus absqite adjutorio passionis;ideo semper ipsam ante oculos mentis et corporis habere debenms ei praecipne in cele-brationibus missarum, quod nnssa nihil aliud est, quam commemoratio dominicae pas-sionis, et nullus sapiens ernenn depiefam vel sculptam sed Christum crucifixum adorat,ernenn tanturn venerando salutat. «

I) Bas griech. xißtöqior bezeichnet die Saamenkapsel einer ägyptischen Wasser-pflanze ; das offenbar verwandte xißonior ist = arca , und dieses = tabernaculum.\ gl. Durand, nationale 1. I. c. 2. n. 10. Durch Uebertragung wurde das vondem Baldachin herabhängende Speisegefäss selbst später ebenfalls ciborium genannt.