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Hospitäler.
Räumlichkeiten. Völlig übereinstimmend waren auch die Schlösser derLandes-Bischöfe und Domcapitel eingerichtet. Unter den Ordensschlössern,mit denen das ganze Land bedeckt war , zeichnet sich vorzugsweise aus dasehemalige Haupthaus zu Marienburg, das sich als Sitz des Hochmeistersdurch grössere Ausdehnung und Pracht von den übrigen unterscheidet.
Mit den Ordenshäusern der Oeutschherren und Johanniter, welcheRitterorden ja ursprünglich aus einfachen Hospitälern in Jerusalem hervor-gegangen waren, so wie von Anfang an mit allen Klöstern und mit allengeistlichen Verbrüderungen, die nach Art der Mönche ein gemeinsamesLeben in einem und demselben Gebäude führten , war stets eine besondereAbtheilung verbunden zur Aufnahme erkrankter Brüder und Angehörigen,so wie vor der Pforte eine Herberge für fremde Pilger. Seit etwa der Mittedes XII. Jahrh. scheinen indess diese klösterlichen Pflegeanstalten ( hospi-talia, ßrinariae ) hei Zunahme der Bedürfnisse und bei der sich in Folge derKreuzzüge nothwendig machenden strengeren Gesundheitspolizei nicht mehrausgereicht und zur Gründung von besonderen Krankenhäusern geführt zuhaben, die sich namentlich seit dem Anfänge des XIII. Jahrh. durch die1 198 von Papst Innocenz III. bestätigten Brüder vom heiligen Geiste undunter Betheiligung der Magistrate schnell über die Städte Deutschlands ver-breiteten. ') In archäologisch - baulicher Beziehung ist über diese Hospi-täler des heil. Geistes als gemeinsame Eigenthümlichkeit derselben zubemerken die Anlage am Eingänge der Stadt und amfliessenden Wasser, sowie die enge Verbindung desKrankensaales selbst mit einer Kapelle: ersteres ausGesundheitsrücksichten, letzteres zur besseren geistli-chen Pflege der Kranken. So wurde schon vielleicht dieälteste Anstalt dieser Art in Deutschland, das HospitalJob. des Ev. in Hildesheim (gegr. 1155) 1 2 ) auf einemfreien, rings vom Wasser der Innerste umspülten Platzeangelegt, und ebenso die Heil. Geist-Hospitäler zu Rom(als Mutterhaus) an der Tiber, zu Mainz am Rhein, zuUlm an der Donau, zu Wetzlar an der Lahn, zu Frank-furt am Main, zu Berlin an der Spree, zu Nürnberg so-gar über einem mit grossen Bögen überwölbten Arm derPegnitz. Die unmittelbare Verbindung der Krankenhallemit der vor derselben belegenen Kapelle ist bei denHospitälern zu Frankfurt und Lübeck nachgewiesen. —Das grossartige Nicolaus-Hospital dagegen, welchesder Cardinal Nicolaus von Cusa 1450 zu Cues a. d. Mo-sel für 33 Arme (nach der Zahl der Lebensjahre Christi)mit einem Aufwande von mehr als 10,000 Goldgulden gründete, folgt demTypus der klösterlichen Clausuren : den offnen Hof in der Mitte umzieht einKreuzgang, an den die Wohnräume der Hospitaliten und drei Pfeilersälegrenzen, und die Kirche liegt südöstlich am östlichen Flügel. In demStiftungsbriefe ist die Bezeichnung der einzelnen Zellen mit den Buchstaben
Fig. 38. Hospital zuLübeck (nach Vonlier)
1) \ ergl. B ö h m e r, F. } im Archiv für Frankfurts Gesell, u. Kunst 3, 75 ff*.
Kratz, J. Mich., der Dom zu Hildesheim 2, 150f.