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Karthausen.
saal und das gemeinschaftliche Winter-Dormitorium enthielt, während imSommer die Nonnen auf ihren Zellen über dem östlichen und westlichenFlügel des Kreuzganges schliefen. Die Südseite der Clausur wird von derKirche begrenzt. Dieselbe besteht aus zwei Hauptthcilcn, der dreischiffigenLaienkirche b mit besonderem südlichem Eingang und der einschiffigenNonnenkirche (dom hohen Chore) a , welche innerlich durch einen Lettnervon einander getrennt sind; über dem Firste der Nonnenkirche erhob sichehemals ein schlanker Dachreiter zur Aufnahme der nur gestatteten kleinenGlocke. Südlich von dem Kirchengebäude breitete sich der Laienkirchhof eaus mit besonderer Pforte nach der Stadt, dem Beinhausoy und der Todten-leuchte (s. unten § 51) ff. Von der Laienkirche führte ein Verbindungs-gang i nach dem Ilospitium h , dom sich südlich noch andere Oekonomie-gebäude ansehlosscn, mit dem Wasserabflüsse s in den lthein. In demwestlichen Thcilc des äusseren Klosterhofcs befand sich das durch denGang n mit dem Conventsaale verbundene Haus der Priorin in und ausser-dem mehrere an die Ringmauer gelehnte Wohnhäuser Ä- für den Kloster-knecht , den Gärtner etc. nebst zwei Gärten , einem kleineren 1; und einemgrösseren^; auf der Sonnenseite. Das achteckige Häuschen l überdeckteden Brunnen. und neben dem nordwestlichen Eckthurme führte ein Steg qüber den Graben.
Gleiche Einfachheit wie die Bauten der Bettelorden zeigen auch dieKlöster der erst seit dem XIV. Jahrli. in Deutschland vorkommendenKarthäuscr; docli mussten diese nach ihrer das gemeinschaftliche Kloster-leben mit dem einsiedlerischen der Eremiten verbindenden Regel ein ver-hältnissmässig grösseres Territorium in Anspruch nehmen, da zur Anlageeiner Karthause nicht bloss eine Kirche mit der gewöhnlichen Clausur, anderen Kreuzgang sich indess nur ein Conventsgebäude lehnte, erforderlichwar, sondern noch ein weiterer, gewöhnlich östlich von der Kirche belegenerrechteckiger Raum mit dem Gottesacker in der Mitte und den einzelnendurch kleine Gärten von einander getrennten Zellen der Mönche auf denSeiten. In der jetzt von dem german. Museum benutzten) Karthause zuNürnberg ist der hinter der Kirche belegene freie Platz rings mit einem aus72 Jochen bestehenden Kreuzgange umzogen, der mit dem vorderen kleine-ren, nur 29 Joche zählenden Kreuzgange an der Südseite der Kirche inVerbindung steht und sich letzterer gegenüber auf der Nordseite fortsetzt ') ;überhaupt erscheint als Eigenthümlichkeit der Karthausen die Anlagezweier, unter einander und mit der Kirche verbundener Kreuzgänge, eineskleineren und eines grösseren ; dieser in den Karthausen zu Cöln und BaselGalilaea major, Gross-Galilaea, jener Galilaea minor, Klein-Gali-laea -5 ) genannt. An die Galilaea major lehnten sich die einzelnen in den
1) Siehe den Grundriss im Organismus des German. Nationalnruseums in Nürnb.1855 u. die Ansicht der Karthause Ostheim im Archiv des histor. Vereins für Unter-franken u. Aschaffenburg IX, 1.
2) Vergl. Ivreuser, der christl. Kirchenbau 1,259 u. (ltöse, E., Ein Tag inBasel. Basel 18-10. S. 92. — Ueber den schwer zu enträthselnden Namen Galilaeahat Jos. Ant. Messmer in den Mittheil, der k. k. Central-Commission etc. (lS(il)ti, 101 gute Erläuterungen gegeben: man nannte im XII. Jahrli. mit willkürlicher