Maassverhältnisse.
83
übrigen Theile des Grundrisses maassgebend ist, so folgt, dass in Beziehungauf die Weiträumigkeit der Kirchen die frühere Zeit von der späteren kaumübertroffen worden ist : ja, die grösseste vorkommende Mittelschiffbreitevon 50 F. hat der Dom zu Mainz, dessen ursprünglicher Grundplan vomEnde des X. Jahrh. stammt. Anders verhält es sich mit der Höhe der Kir-chen, worin es die frühere der späteren Zeit nicht gleich gethan hat. Dasnachstehende, chronologisch geordnete und aus den zuverlässigsten Quellenzusammengestellte Verzeichniss weist an vielen Beispielen nach, wie sichdas Verhältniss der Breite des Mittelschiffes zur Höhe desselben im Laufedes Mittelalters und in verschiedenen Gegenden Deutschlands gestaltet hat:im XI. Jahrh. bleibt es noch etwas unter 1:2, hebt sich im XII. bis XIII.Jahrh. auf 1 : 2 (bei dem Gewölbebau des Speierer Domes schon auf I : 2%)und steigert sich nachher in der Gothik auf 1 : 2'/„ bis 3, vereinzelt selbstbis auf das schwindelnde Uebermaass fast von 1:5.
Das Mittelschiff'
DasMittelschifl'
ist im Lichten
ungszeit
ist im Lichten
ungszeit
breit
hoch
d. Grund-
breit
hoch
d.Grund-
F. rh.
F. rh.
planes.
F. rh.
F.th.
planes.
Trier, Dom
5ü
80
IV.Jahrli.
Cöln, Dom i
44
140
1248
Mainz, »
50
fe. 100)’)
979
Halberstadt, Dom i
31
so
um 1250
Münster, Dom
44
(74)
seil 990
Breslau, Elisabethk.
31.1
95.1
1253
Worms, »
35
(H)
seit 996
Altenberg, Klosterk.
30-2
82
1255
Bamberg, »
34
(78)
1000
Freiburg i. 11., Miln-
Echternach, Klo-
ster
32
85
um 1260
sterkirche
32-2-
58
1017
Strassburg, Münster
42
90
ilesgl.
Limburg a. d. II.,
Xanten, Stiftsk.
35
75
1263
Klosterkirche
38;
75
uni 1030
Berlin, Klosterk.
20
50&
1271
Speier, Dom
4-1
(110)
um 1030
Chorin, »
29
57
1273
Hersfeld, Abteik.
40
75
1037
liegensburg, Domini-
Bremen, Dom
35
(00)
1044
canerk.
30
90
1274
Paderborn, Dom
33
(00)
1058
liegensburg, Dom.
40
1001
1275
Minden, »
34
(09)
1002
Lübeck, Marienk.
14
134
1270
Paulinzelle, Klo-
Ebrach, Klosterk.
40
90
um 1280
sterkirche
25
50
1 106
Verden, Dom
41 J
65
i 290
Laach, Klosterk.
2S
55
11 10
Heiligenkreuz, Klo-
Huysburg,Klosterk.
25
42
um 1110
sterkirche
23
02
1290
Hamersleben, Ivlo-
Doberan, Klosterk.
30
901
1291
sterkirche
27
55
1 112
Soest, Wiesenk.
35
76
1331
Breitenau, Klosterk.
20
47
11 19
Cleve, Capitelsk.
32
01
1334
Petersberg, »
22
42 '
um 1130
Danzig, Marienk.
29
90
1343
Hildesheim, St. Go-
Wien, Stephansk.
34
89
1359
dehard
29
59-J
1 133
Kolin, Bartholomäik.
21
100
1360
Halberstadt, Lieb-
Schwerin, Dom
39
100
um 1370
frauenk.
30
54
1140
Ulm, Dom
-n;
1331
1377
Jeriehow, Klosterk.
25*
49
1140
Kuttenberg, Bartho-
Quedlinburg, St.
lomaikirche
30
100
1380
Wiperti
22
32
um 1)50
Brandenburg, Ivatha-
Brandenburg, Dom
30
(61)
um 1170
rincnkirche
292
51
1401
Braunschweig, »
2SJ
56 i-
1172
Esslingen, Frauenk,
25
53
um 1400
Magdeburg, »
35
102
1208
Prag, Teynkirche
37
00
1407
Limburg a.d.L., »
25
OS
um 1220
Wilsnack, Wall-
Marburg, Elisabeth-
fahrtskirche
83
um 1410
kirche
34
08
1235
Görlitz, Petrikirche
38
SO
1417
I) Die Einklammerung des Höhenmaasses bezeichnet, dass der Aufbau und dieBedeckung des Mittelschiffes ganz oder theilweise aus späterer Zeit herrührt, als derursprüngliche, im Breitenmaasse beibehaltene Grundplan.
ü