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1 (1868)
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Baubücher. — Technik.

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weniger bedeutend, doch ist Matlics ltoriczer’s, Dommeisters zu lle-gensburg, »Büchlein von der Fialen Gerechtigkeit « aus dem J. I486 1 ) vonInteresse, und auch Lorenz Lacher’s (»der Pfalz Baumeister mul Pixen-meister «) Unterweisung für seinen Sohn Moritz von 15 I 6 2 ) enthält manchesBeachtenswerthe.

Anmerkung 3. Bei der Unvollkommenheit der alten Messinstru-mente, bei der Unbefangenheit und oft nicht zu läugnenden Nachlässigkeitder bloss praktisch gebildeten alten Baumeister kann es nicht Wunder neh-men, wenn sich beim genauen Vermessen mittelalterlicher Bauwerke, selbst anden bedeutenderen, überall Unregelmässigkeiten und grosse Ungleich-heiten vorfinden: die Abseiten und Pfeilerabstände ditferiren fast immer umeinige Zoll (im Dome zu Cöln z. B. von 1 — 1 l", im Dome zu Magdeburgsogar 1 und 2’; die Anlagen stehen nicht genau im "Winkel, und Sockelund Capitäle selten unter sich in der Setzwage. 3 ) In der Klosterkirche vonKonradsdorf im Nidderthal verschmälert sich das Schiff von Osten nachWesten nach und nach, und die Kapelle des Katharinenklosters zu Tetinin Böhmen hat in umgekehrter Weise und wohl absichtlich die Trapezform.Absicht war es auch, dass in der Lambertikirche zu Münster, der perspecti-vischen "Wirkung halber, die Joche der Arkaden sich von "Westen nachOsten mehr und mehr verkürzen. Offenbare, freilich ökonomische Nach-lässigkeit war es dagegen, wenn man sich keineswegs immer bemühte, dieAbweichungen des Terrains von der Horizontalebne auszugleichen, sondernohne "Weiteres zuweilen in naivster Weise das natürliche Niveau benutzte.So senkt sich z. B. in der heil. Kreuzkirche zu llottweil und in der Pfarr-kirche St. Ulrich zu Donauwörth der P'ussboden allmählich von Westennach Osten so sehr, dass die Hinterstehenden über die Köpfe der Vorderenhinwegsehen können. Der umgekehrte Fall findet dagegen in der Michaelis-kirche zu Hall statt, wo der nur eine Fortsetzung des Langhauses bildendeChor viel höher liegt, und die Kirche überdies mehrmals durch Treppenunterbrochen ist. Merkwürdig tief liegt der Fussboden der Kirche zu Bren-ken bei Paderborn, da man vom südlichen Portale 1 0 Stufen hinunter zusteigen hat, was sich nicht aus der etwa nach und nach erfolgten Auf-höhung des äusseren Terrains erklären lässt. — Als eine sehr häufig vor-kommende Unregelmässigkeit stellt sich heraus, dass der Chor der Kirchenicht genau in der Axe des Langhauses liegt, sondern bald nördlich, baldsüdlich von derselben ab weicht, zumal wenn beide Haupttheile der Kircheverschiedenen Bauzeiten angehören, oder auch wenn bei einem Neubauder ganzen Kirche ältere Fundamente etc. benutzt wurden. Beispiele amBhein: Kaiserslautern, Offenbach; in Schwaben: Michaeliskirche zuHall, bischöfl. Kirche zu Kottenburg, Stiftskirche zu Stuttgart und Wimpfenim Thal; in Tyrol: Stiftskirche zu Inichen, Dom zu Trient und angeblich

1) Nach einem alten Drucke wiedergegeben von Heideloff, (J., die Bauhüttedes M. A. S. 101—116, und in moderne Mundart übertragen, herausgegeb. und miteiner Einleitung versehen von A. lleicliensperger. 1845. Vergl. dessen Venn.Schriften. S. 5f ff.

2) Abgedruckt aus einer späteren Ilandschr. in Kei eh en sp erger, Venn,Schriften. S. 133 — 155.

3) v. Lassaulx, in Klein’s Rheinreise. 2. Auffc S. IG7.