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1 (1868)
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Baumaterial.

St. Oswald bei Zcyring (demolirt) , Pöls, St. Ruprecht bei Bruck,Seiz (gotli. Priorongruftkirche in der Karthause) , St. Veit nächst Neu-markt, Wcissenkirclien bei Judenburg (demolirt). — In Böhmen:romanische llundkapellen zu Holub itz bei Tursko (Kr. Prag), Plzenec(Kr. Pilsen) , zu Prag bei der Stephanskirche, am Wyschehrad und in derPostgasse, llaudnitz auf dem Georgsberge (Kr. llakonitz) , Schelko-witz bei Trebnitz (Kr. Lcitmeritz). — Die Karlsliofer Kirche in Prag ,ein imposantes gothisches Achteck aus dem XIV. Jahrh. — In Mähreneine Rundkapelle auf der Markgrafenburg zu Znaim.

VIII. Im Gebiete des nordos t de uts chen Z iegel b au es kommennur gothische, meist achteckige Rundbauten vor: In der Mark: die heil.Geistkapelle zu Tr euenbrie t zen (rund, ohne Hach) ; in Meklenburg,die heil. Blutkapelle zu Doberan, die Kirche zu Ludorf; in Pom-mern : die Kirchhofskapclle in Köslin, die Gertrudenkapelle bei Rügen-walde (12eckiger Centralbau), die Kapelle des Georgenhospitals in Stolp,die Apollonienkapelle neben der Marienkirche zu Stralsund, die Ger-trudenkirche bei Wolgast (I2eckig). — In Schlesien zeigt die Kapelleauf der Schneekoppe den Typus der kleinen böhrn. Rundbauten. In derltatiborer Vorstadt von Troppau ein grosser Octogonalbau; die Nepomuk-kapelle bei Lubom (Kr. Ratibor), Seckiger Holzbau; die heil. Geistkirchezu Beuthen, Seckig-; die Seckige gothische Maternikapelle bei St. Elisa-beth in Breslau ist 1848 abgetragen.

IG. Die meisten der ältesten Kirchen in Deutschland (im VII.his IX. Jahrhundert), waren aus Holz; im X. Jahrhundert wurde derSteinhau zwar schon allgemeiner, doch galt zu Anfang des XI. Jahr-hunderts in manchen Gegenden ein steinerner Thurm noch für eineSeltenheit. Man wählte zum Bau diejenige Steinart 1 ;, welche unterden obwaltenden Localverhältnissen als die zweckinässigste erschien,oder gerade am leichtesten zu beschaffen war; es lässt sich daher ausder zu einer Kirche verwendeten Steinart nur selten ein Schluss aufdie Erbauungszeit derselben machen.

Obgleich bei den Römern der Steinbau Regel war und nur etwa beiWirtschaftsgebäuden Fach werk zur Anwendung kam 2 ), so kommt dochschon zu römischer Zeit und auf römisch-deutschem Gebiet , zu Kün-zen ( Castro, Quintana) am Flüsschen Businka eine hölzerne Kirche vor,welche der heil. Severinus (gest. um 481) gegen die Ueberschwemmungender Donau schützte. 3 ) Nach dem Auf hören der Römerherrschaft warenes rohe Bedürfnissbauten, welche die missionirenden irischen Mönche(» magistri e Scotia «) nach heimischer Sitte (» more Scotorum «) ganz ausHolz {»de robore sectoa) errichteten, wie dergleichen Kirchen im VII.Jahrh. namentlich in Bayern mehrfach erwähnt werden. Das KlosterFulda wurde gleich Anfangs (742) wenigstens zum Theil aus Steinen

1) Ueber Wahl der Steine für den Kirehenbau vgl. Mone, Anzeiger etc. I, 113.

2) Otte, Geschichte der deutschen Baukunst. S. (i u. 28.

3) Ebd. S. 51.