Druckschrift 
1 (1868)
Entstehung
Seite
22
Einzelbild herunterladen
 

2*2

Rundbauten.

Kapelle zu Donnersmark in der Zips (Ungarn) hat zwei Stockwerke undausserdem noch eine unterirdische, nur von oben beleuchtete Gruft. *)— Die Kirche zu Konradsburg hei Ermsleben im Harz scheint nichtin die Klasse der Doppelkapellen zu gehören; vergl. Kugler, Kl.Schriften 1, 619.

Anmerkung. Uebersicht der kirchlichen Rund- und Polygonbautendes M. A. in Deutschland. — I. Im Rheinlande: Aachen, das Mün-ster, 16eckiger Centralbau 796 — 80 1, und die aus dem XI. und XII.Jahrh. stammenden Nachbildungen desselben zu Ottmarsheim im Eisassund auf dem Valkliofe zu Nymwegen. Früher sollen sich dergleichenauch zu Diedenhofen (schon im X. Jahrh. zerstört), Groningen (St.Walburg, abgetragen 1627) und zu Lüttich (St. Joh. Ev., im vorigenJahrh. durch einen ähnlichen Bau ersetzt) befunden haben. Auch deroTAurm« zu Mettlach a. d. Saar scheint ursprünglich nach dem Cen-traltypus erbaut gewesen zu sein. — Avioth im westl. Lothringen, 6eckigcgothische Kirchhofskapelle. — Bonn, St. Martin, runder Centralbau ausdem XII. Jahrh., abgetragen 1812. — Cöln, das1 Oeckige Schiff von St. Gereon aus dem XIII. Jahrh.,aber auf uralter Grundlage, mit der daneben belegenen8eekig. Taufkapelle. — Kobern a. d. Mosel, dieMatthiaskapelle auf der Oberen Burg, Geckiger Cen-tralbau aus dem XIII. Jahrh. — Lonnig, 3 St.von Coblenz, Reste eines runden Centralbaues. —Metz, Kapelle in der Citadelle, Seckig, XIII. Jahrh.— Neuweiler im Eisass, kleine pyramidale Kapellemit 1 Kreuznischen. — Trier, die Liebfrauenkirche, complicirter vieleckigerCentralbau aus dem XIII. Jahrh. — Yianden im Luxemburg., Schloss-kapelle, lOeckig, XIII. Jahrh. — Weilburg a. d. Lahn, heil. Grab-kapelle,'Seckiger Centralbau, XVI. Jahrh. — Worms, Baptisterium,Seckig, abgetragen 1812.

II. In Westfalen: Drüggelte bei Soest, 12eckig. Centralbau ausdem XII. Jahrh. — H ardehausen bei Paderborn, zweistöckige SeckigeTodtenlcapelle aus-dem XIII. Jahrh. — Krulcenb urg bei Karlshafen a.d. Weser, Reste einer Burgkapelle von der Grundform einer Rotunde, andie sich kreuzartig vier kurze Schenkel legen, XIII. Jahrhundert.

III. In Sachsen, Thüringen und Hessen: Fulda, Michaelis-kirche, runder Centralbau um 820, im XI. Jahrh. verändert. — Goslar,die Ulrichskapelle auf der Pfalz, zweistöckig; unten ein gleichschenkeligesKreuz, oben ein Achteck bildend, XIII. Jahrh. — Groitzsch bei Pegau,

-Schlosskapelle, Rundbau nach böhm. Typus, XI. Jahrh. — Heiligen-stadt, Annakapelle, Seckig, gothisch. — M agdeb urg hatte eine vecclesiarotunda «, welche zu Anfang des XI. Jahrh. abbrannte, damals wieder ge-baut und 1307 abgebrochen wurde. — Marburg, Schlosskapelle, cornpli-cirt polygonisch, XIII. Jahrh. — Meissen, Johanneskapelle am Dom1290, ein zweistöckiges Achteck. — Mühlhausen, polygonische Kapelleneben der Georgenkirche, gothisch. — Petersberg bei Halle a. d. S.,

1) Mittheil, der k. k. Central-Commission. 1857. 2, 2-16.

l'ig. -1. ItumlkapelleSt. Martin in Bonn(nach Boisseröe).