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1 (1868)
Entstehung
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Vorrede.

seiner »Kunstdenkmäler des christl. M.-A. in den Rheinlanden« nebsteinzelnen Bogen des unter der Presse befindlichen Textes Vorgelegenund eine reiche Ausbeute gewährt. Ausserdem hat der Herr Verlegerfür angemessene Vermehrung gediegener, tlieils neu angefertigter,theils aus seinen Vorräthen entnommener Illustrationen und Kunstbei-lagen bestens Sorge getragen, unter welchen letzteren sich drei ausdem von ihm in Gemeinschaft mit T)r. Zestermann herausgegebenenkostbaren Prachtwerke »Die Anfänge der Druckerkunst in Bild undSchrift. 1866« entlehnte höchst interessante Blätter ganz besondersauszeichnen. Endlich fühle ich mich vielen trefflichen Männern, unterihnen dem verewigten Ch. Riggenbach, die mich durch literarischeund artistische Beiträge zum Theil unaufgefordert unterstützt haben,auf das Dankbarste verpflichtet: es ist alles bestens für meine Arbeitverwerthet worden. Die alten Irrthümer und Mängel der vorigen Auf-lage habe ich mit Sorgfalt zu verbessern gesucht; dennoch bitte ichfür neue, deren Existenz ich keineswegs in Abrede stelle, vorweg umdie früher bewiesene Nachsicht, kann aber im Allgemeinen die Ver-sicherung geben, dass das Handbuch in seiner neuen Gestalt nichtbloss an Umfang, sondern auch an Gründlichkeit gewonnen hat undein ziemlich vollständiges Bild von dem gegenwärtigen Stande derchristlichen Kunstwissenschaft des deutschen Mittelalters gewährendürfte. Fremdländische Literatur habe ich -wie früher so auch jetztgrundsätzlich nur da herangezogen, wo es darauf ankam, vorhandeneLücken zu ergänzen.

Mit meiner Liebe zur Sache ist auch mein theoretischer Standpunktderselbe geblieben und hat sich im 1 ,aufe der Jahre noch mehr befestigt:in den ersten Sätzen der Einleitung habe ich mich näher darüber aus-gesprochen. Die Freunde meines Buches aus der katholischen Kirche,deren es zu meiner grossen Freude , abgesehen von einzelnen Zeloten,gar manche und wackere gefunden hat, können von einem evangeli-schen Theologen nichts anderes, in ihrem Sinne Besseres, erwarten:zu confessioneller Polemik habe ich bei aller Entschiedenheit meinerprotestantischen Gesinnung auf diesem Gebiete weder Beruf nochNeigung, muss aber einer gewissen modernen Strömung in der evan-gelischen Kirche gegenüber naehdrücklichst betonen, dass ich durchmeine Bestrebungen romanistischen Tendenzen irgend Vorschub zuleisten durchaus nicht gewillt bin. Möge das Verständniss von dengrossartigen und geistvollen Schöpfungen der christlichen Kunst ver-gangener Jahrhunderte uns Alle erwecken, dass wir dem Herrn seinHaus würdig erbauen und seine schönen Gottesdienste den sinn-vollen kirchlichen Ueberlieferungen gemäss in evangelischem Geisteschmücken. Daraus wird nicht bloss der Kirche, sondern auch derKunst Segen erwachsen. Das helfe Gott.

Fröhden bei Jüterbog, am 27. .Juli 1867.

Heinrich Otte,

Pfarrer zu Fröhden und Markendorf, Corrcspondent der Königl. Commission für dieErforschung und Erhaltung der Kunstdenkmäler, Mitglied des Gelehrtenausschussesdes Germanischen Museums zu Nürnberg.