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Der Mysticismus.
die Angst; der langsame Todeskampf; die Beerdigung; derSarg; das Todtengeläut; die Fäulniß; das Lied des Geköpf-ten u. s. w.
Alle diese Gedichte sind Ausgeburten eines Deliriums,das bei Entarteten häufig beobachtet wird. Auch Dosto-jewski, der bekanntlich geisteskrank war, hat daran gelitten.„Sowie die Dämmerung eintrat", berichtet er selbst von sich^),„verfiel ich allmälig in den Seelenzustand, der sich meinerso oft des Nachts bemächtigt, seit ich krank bin, und denich den mystischen Schrecken nenne. Es ist eine zermal-mende Angst vor etwas, was ich nicht erklären und mir nicht ein-mal vorstellen kann, was noch nicht leibhaftig besteht, sich abervielleicht plötzlich, in diesem Augenblicke, verwirklichen, er-scheinen und sich vor mir aufbäumen wird wie eine unerbitt-liche, gräßliche, unförmliche Thatsache." Legrain?) führt einenentarteten Geisteskranken an, dessen Wahnsinn „mit Furchtge-fühlen, mit Angst vor etwas Eingebildetem" begann. ProfessorKowalewski^) bezeichnet als die Stufen der Entartungs-Geistes-störung erstens die Neurasthenie, zweitens die Zwangs-Antriebeund die krankhaften Angstgefühle. Legrand du Saulle^) undMorel°) beschreiben diesen Zustand grundloser, unbestimmterFurcht und bilden für ihn das nicht sehr glückliche Wort„Panophobie." Magnan nennt ihn richtiger „Anxiomanie",Angst-Wahnsinn, und spricht ihn als ein sehr gewöhnlichesStigma der Entartung an. Der Angst-Wahnsinn ist ein Jrr-thum des Bewußtseins, das von Vorstellungen der Furcht er-füllt ist und ihre Ursache in die Außenwelt verlegt, während
') Angeführt von de Vogus, roman russs, S. 222, Fußnote.-) Legrain, a. a. O. S. 246.
Mrs «lonrnal ot Llental Loienes. Januar 1888.
^ Ls äslirs äss psrsseMious. Paris, 1871. S. 512.
°) Morel, Iln äölirs panoxdobiiius <l«8 alitznss AsmisssniL.^.nnales wsäieo-psxeboloAignss. 1871. 2. Band S. 322.