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DUn äs Libels.
ausschließlich eine Folge der heutigen Lebensbedingungen der ge-sitteten Menschheit. Manche Erkrankungen des Nervensystemswerden schon in ihrer Benennung als unmittelbare Folge be-stimmter Kultur-Einwirkungen bezeichnet. Der Name „Eisen-bahn-Rückenmark" und „Eisenbahn-Gehirn", „rail^a^-sxina«und „rallva^-draiii", den die englischen und amerikanischenPathologen gewissen Zuständen dieser Organe gegeben, zeigt,daß sie als ihre Ursache die Erschütterungen erkennen, die derReisende im Eisenbahnzuge beständig erleidet. Die starke Zu-nahme des Verbrauchs an Betäubungs- und Reizmitteln, welcheoben durch Anführung von Zahlen bewiesen worden ist, hatihre Ursache unzweifelhaft ebenfalls in der Erschöpfung derZeitgenossen. Es besteht da ein unheilvoller fehlerhafter Kreisvon Wechselwirkungen. Der Trinker (und wahrscheinlich auchder Raucher) erzeugt geschwächte, erblich ermüdete oder entarteteNachkommen und diese trinken und rauchen wieder, weil sieermüdet sind, sich nach einer Erregung, nach einem Augen-blick künstlichen Kraftgefühls oder nach einer Beruhigung ihrerschmerzhaften Reizbarkeit sehnen und dann aus Willensschwächeihrer Gewohnheit nicht widerstehen können, wenn sie erkannthaben, daß diese sowohl ihre Erschöpfung als auch ihre Reiz-barkeit auf die Dauer vermehrt.^)
Viele Beobachter stellen fest. daß das gegenwärtige.Ge-schlecht weit früher altert als die voraufgegangenen. In seinemVortrag zur Eröffnung des Winterhalbjahrs 1891 an dermedizinischen Fakultät der Victoria-Universität zeigt Sir Ja-mes Crichton-Browne^) diese Wirkung der heutigen Lebens-verhältnisse auf die Zeitgenossen. In England starben an
') Legrain, a. a. O. S. 251: „Die Trinker sind Degenerirte." UndS. 258 (nach vier Krankengeschichten, welche der folgenden zusammenfassen-den Bemerkung zur Grundlage dienen): „So finden wir also am Bodenjeder Form des Alkoholismus die geistige Degeneration."
-) Lsvus Leislltiügus, Jahrgang 1892, Band 49, S. 168 ff.