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Lin äs Liseis.
oder eine Bleistiftzeichnung dar, wo die Wirkung der abwesendenFarben durch die Verschiedenheit der Lichtstärke, durch diegrößere oder geringere Tiefe und Kraft der weißen und schlvarzenStellen ersetzt ist. Farbennnempsindliche Maler werden natürlicheine Vorliebe für fahle Malerei haben und ein an demselbenUebel leidendes Publikum an mißfarbigen Bildern nichts An-stößiges finden. Wenn aber neben der die Farben gleichmäßig aus-löschenden Kalktünche eines Puvis de Chavanne auch das tosendeGelb und Blau und Roth eines Besnard Fanatiker findet,so hat das ebenfalls einen Grund, den uns die Klinik ent-hüllt. „Gelb und Blau," belehrt uns Gilles de la Tourette,^)„sind peripherische Farben" (d. h. sie werden mit den äußerstenTheilen der Netzhaut gesehen) „sie werden also bis zuletzt" (wenndie Empfindung für die übrigen Farben schon erloschen ist)„wahrgenommen. Dies sind nämlich ... die beiden Farben,für welche die Empfindung in der hysterischen Amblyopie"(Stumpfsichtigkeit) „am längsten erhalten bleibt. Bei manchenKranken ist es übrigens das Roth und nicht das Blau, daszuletzt verschwindet."
Das Roth hat noch eine andere Eigentümlichkeit, die eserklärt, daß die Hysteriker eine solche Vorliebe dafür haben.Die Versuche von Binet^) haben festgestellt, daß die Eindrücke,welche die Sinnesnerven dem Gehirn zuführen, einen bedeu-tenden Einfluß auf die Art und Stärke der Anregungen üben,die das Gehirn an die Bewegungsnerven ansgibt. Manche Sinnes-eindrücke wirken schwächend und hemmend auf die Bewegungen(„depressiv," „inhibirend"), andere im Gegentheil machen diesekräftiger, rascher und lebhafter, sie sind „dynamogen" oder„krasterzeugend". Da mit der Dynamogenie oder Krafterzeugungstets ein Lustgefühl verbunden ist, so hat jedes Lebewesen den
') 1rs,il,S olinigus er tlrsrapsntigns äs I'ü^steris. S. 339.
?) Xlkrsä Linst, Lseüsrebes snr Iss aitSrations äs Is-oonseisnosebs 2 iss bMSrignes. Lsvus xbilosoxbigns, 1889, Vol. XXVII.