28
kiu äs Kitzele.
schon in seiner Person gehemmt ist, sich auch bei seinen Nach-kommen bedroht findet."
Wenn unter dem Einflüsse von Schädlichkeiten aller Artein Organismus geschwächt wird, so werden seine Nachkom-men nicht dem gesunden, normalen und entwickelungsfähigenTypus der Gattung ähnlich, sondern bilden eine neue Abart,welche wie alle anderen die Fähigkeit besitzt, ihre Eigen-thümlichkeiten, in diesem Falle krankhafte Abweichungen vonder Norm, Bildungslücken, Mißbildungen und Gebrechen, in fort-währender Steigerung den eigenen Abkömmlingen zu vererben.Was die Entartung von der Artbildung unterscheidet, das ist,daß die krankhafte Abart sich nicht wie die gesunde dauernderhält und fortpflanzt, sondern glücklicherweise bald mit Un-fruchtbarkeit geschlagen ist und nach wenigen Geschlechtsfolgen,oft ehe sie die tiefsten Grade organischer Erniedrigung erreichthat, ausstirbt,
Die Entartung verräth sich beim Menschen durch gewissekörperliche Merkzeichen, welche man „Stigmate" oderBrandmarkennennt, ein unglückliches Wort, denn es ist von der falschen Vor-stellung eingegcbcn, als wäre die Entartung nothwcndig dieFolge einer Schuld und ihr Anzeichen eine Strafe. SolcheStigmate sind Mißbildungen, Mehrbildungcn und Bildungs-hemmungen, in erster Reihe die Asymmetrie, das heißt dieungleiche Entwicklung der beiden Hälften des Gesichtes undSchädels, dann Unvollkommenheiten an der Ohrmuschel, diedurch unförmliche Größe ausfällt oder henkelartig vom Kopfeabsteht, deren Läppchen fehlt oder angewachsen, deren Rand-leiste (llolix) nicht umgeschlagen ist, ferner Schielauge, Hasen-scharte, Unregelmäßigkeiten in der Form und Stellung der Zähne,spitzbogiger oder flacher Ban des Gaumens, zusammenge-wachsene oder überzählige Finger (Syn- und Polydaktylie)
'1 Nvrel, a. a. O. S. 683.