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2 (1893)
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499
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II. Therapie.

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Köpfen anrichten kann. Es gibt in der Wirklichkeit keineThätigkeit und kein Verhalten des lebenden Organismus, dieman an sich alsGesundheit" oderKrankheit" bezeichnenkönnte. Sie werden es jedoch im Hinblick auf alle Verhältnisseund Zwecke des Organismus. Ein und derselbe Zustand kannsehr wohl einmal Krankheit und einmal Gesundheit sein, jenach dem Augenblick, in welchem er anftritt. Die Hasenscharteist eine richtige, gesunde Erscheinung an der menschlichen Fruchtin ihrer sechsten Lebenswoche. Sie ist eine Verkrüppelung beimneugeborenen Kinde. Im ersten Lebensjahre kann das Kindnicht gehen. Warum? Etwa weil seine Beine zu schwach sind,um es zu tragen? Durchaus nicht. Die bekannten Untersuchungendes Or. L. Robinson an 60 neugeborenen Kindern haben be-wiesen, daß sie im Stande sind, sich mit den Händen an einemStabe bis zu dreißig Sekunden frei hängend zu halten, eineLeistung, welche eine Muskelkraft voraussetzt, die im Verhältnißebenso bedeutend ist wie die der Erwachsenen. Nicht ausSchwäche können sie nicht gehen, sondern weil ihr Nervensystemnoch nicht gelernt hat, die Thätigkeit der verschiedenen Muskel-gruppen so zu regeln und zusammenzustimmen, daß eine zweck-mäßige Bewegung zu Stande kommt; die Kinder können nochnichtkoordiniren". Unfähigkeit zur Koordination der Muskel-thätigkeit nennt die Medizin Ataxie. Diese ist also beim Kindeder natürliche und gesunde Zustand. Und ganz dieselbe Ataxieist schwere Krankheit, wenn sie beim Erwachsenen, als Haupt-merkmal der Rückenmarks-Entzündung, anftritt. Die Gleichheitder krankhaften Ataxie des Rückenmärkers und der gesunden Ataxiedes Säuglings ist eine so vollständige, daß Or. S. Frenkelsi eineBehandlung der Rückenmark-Leidenden ans sie gründen konnte,die wesentlich darin besteht, daß die Kranken wie Kinder von

') Or. S. Frenkel, Die Therapie atactischer Bewegungsstörungen.Münchener medizinische Wochenschrift. Nr. 52, 1892.

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