Druckschrift 
2 (1893)
Entstehung
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489
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I. Prognose.

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etwas Anderes als ein Bild der durchschnittlichen Weltwirklich-keit fordern. Bei den Schaffenden wird der Drang zumRealismus, bei deu Empfangenden das Bedürfniß nach Roman-tik bestehen. Denn und das scheint mir ein wichtiger Punktdie Kunst wird im folgenden Jahrhundert die Aufgabe haben,auf die Menschen jenen Reiz der Abwechselung zu üben, dendie Wirklichkeit nicht mehr gewähren wird und auf den dasGehirn nicht verzichten kann. Alles, was manmalerisch"nennt, verschwindet nothwendig immer mehr von der Erde.Die Gesittung wird immer gleichmäßiger. Das Unterscheidendewird von denen, die es als Merkmal an sich tragen, als Un-bequemlichkeit empfunden und beseitigt. Ruinen find eineWonne für die Augen des Fremden, den Einheimischen aberstören sie und er räumt sie aus dem Wege. Der Reisende istempört, die Schönheit Venedigs durch Dampfboote entheiligt zusehen, für den Venezianer aber ist es eine Wohlthat, daß erum zehn Centesimi weite Strecken rasch zurücklegen kann. Baldwird die letzte Rothhaut Gehrock und Zylinderhut tragen, dasvorschriftmüßige Stationsgebäude wird au der Großen Mauervon China und unter den Palmen von Tuggurt in der Saharaseine Tünche und seine nüchterne Form zeigen und Macaulaysberühmter Maori wird nicht vor den Ruinen Westminstersstehen, sondern eine schundige Nachbildung des Westminster-Palastes wird den Maoris als Parlamentsgebüude dienen.Der eine Uosemite-Park, deu die Nordamerikauer voll weiserVoraussicht unberührt in seiner vorweltlichen Wildheit erhaltenwollen, wird dem Bedürfniß der Menschheit nach Neuem,Anderem, Malerischem, Romantischem nicht genügen und siewird von der Kunst verlangen, was ihr die gewaschene, ge-kämmte und geschniegelte Gesittung nicht mehr bieten wird.

Ich kann nun meine Prognose in wenige Worte zusammen-fasfen. Die Zeithysterie wird nicht dauern. Die Völkerwerden sich von ihrer heutigen Ermüdung erholen. Die