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474 Das zwanzigste Jahrhundert.
sich überall freiwillige Opfer herandrängen, die sich die Wonneverschaffen wollen, unter dem Händeklatschen entzückter Zuschauerzu sterben.
Die alten Religionen haben nicht mehr viel Anhänger.Dagegen gibt es in großer Anzahl Spiritisten-Gemeinden, diean Stelle von Priestern Weissager, Todtenbeschwörer, Zauberer,Stern- und Handliniendeuter u. s. w. unterhalten.
Bücher der heutigen Art sind längst nicht mehr Mode.Man druckt nur noch auf schwarzes, blaues oder goldfarbenesPapier in anderer Farbe einzelne, unzusammenhängende Worte,oft auch nur Silben, ja sogar blos Buchstaben oder Zahlen,die eine sinnbildliche Bedeutung haben, welche man aus derFarbe des Papiers und Drucks, aus der Form des Papiers,aus der Große und Art der angewendeten Schrift errathen soll.Die Schriftsteller, die nach Volksthümlichkeit Haschen, erleichterndas Verständlich dadurch, daß sie der Schrift symbolische Arabeskenbeifügen und das Papier mit einem bestimmten Duft tränken.Doch gilt dies bei den Feinschmeckern und Kennern für ge-wöhnlich und ist wenig geschätzt. Einige Dichter, die nur nocheinzelne Buchstaben veröffentlichen oder deren Werke farbigeBlätter sind, auf denen gar nichts steht, erregen die größte Be-wunderung. Es gibt Gesellschaften, die sich ihre Auslegungzur Aufgabe machen, und ihre Begeisterung ist so fanatisch,daß sie einander häufig mörderische Massenkämpfe liefern.
Es wäre leicht, dieses Bild noch weiter auszuführen, andem kein einziger Zug erfunden ist, dessen sämmtliche Einzel-heiten vielmehr aus den strafrechtlichen und irrenärztlichen Fach-schriften und aus der Beobachtung der Eigentümlichkeiten vonNeurasthenikern, Hysterikern und Mattoiden gesammelt sind.Das wäre in einer nahen Zukunft die Verfassung der gesittetenMenschheit, wenn die Ermüdung, die Nervenerschöpfung unddie durch sie bedingten Krankheiten und Entartungen weitereFortschritte machen würden.