I. Prognose.
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werden für alle strafbaren Handlangen verantwortlich gemacht,die in Nachahmung ihrer Schilderungen begangen werden.
Die Sexual-Psychopathien aller Art sind so allgemein undso mächtig geworden, daß die Sitten und Gesetze sich ihnenhaben anpassen müssen. Sie treten schon in den Moden zuTage. Die Masochisten oder Passivisten, welche die Mehrheitaller Männer bilden, kleiden sich in eine Tracht, die in Farbeund Schnitt an die weibliche erinnert. Die Weiber, welche denMännern dieser Gattung gefallen wollen, tragen Männerkleider,Monocle, Sporenstiesel und Reitpeitsche und zeigen sich auf derStraße nur mit dicken Zigarren im Munde. Die Forderungder Leute mit konträrer Sexual-Empfindung, daß Personen desgleichen Geschlechts einen gesetzlichen Ehebund schließen können^),ist erfüllt, da sie zahlreich genug gewesen sind, um eine Mehr-heit von Abgeordneten ihrer Richtung zu wählen. Sadisten,Bestiale, Noso- und Nekrophile u. s. w. finden geregelte Ge-legenheit, ihren Hang zu befriedigen. Schamhaftigkeit undZucht sind ausgestorbener Aberglaube der Vergangenheit, dernur noch als Atavismus und bei den Bewohnern entlegenerDörfer vorkommt. Lustmord wird als Krankheit betrachtet unddurch einen wundärztlichen Eingriff behandelt u. s. w.
Die Fähigkeit, aufmerksam und gesammelt zu sein, hat sostark abgenommen, daß der Schulunterricht höchstens zweiStunden täglich und kein öffentliches Vergnügen, wie Theater,Konzerte, Vorträge n. s. w., länger als eine halbe Stundedauert. Im Lehrplan ist übrigens die Geistesbildung fast ganzunterdrückt und den Leibesübungen der weitaus größte Theilder Zeit eingeräumt und auf der Bühne gefallen nur Dar-stellungen unverhüllter Erotik und blutiger Verbrechen, zu welchen
') vr. R. v. Krasft-Ebing, Neue Forschungen u. s. w. 2. Ausl.S. 109, 118. Desselben ssxnntis u. s. w. 3. Ausl.
S. 68.