Druckschrift 
2 (1893)
Entstehung
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459
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II. Diejmigdeutschen" Nachäffer.

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die sie beneiden, hassen oder fürchten, straflose Befriedigungdes durch Sitte und Gesetz eingeengten Hanges zur Unzuchtund zu Missethateu. Wie die Mala vita u. s. w. beschönigtauch diese Bande ihr Treiben durch Schlagworte, die ihr dieGunst oder doch die Nachsicht der urtheillosen und leicht ge-rührten Menge werben sollen. Die Briganten behaupten immer,daß sie vom Wunsche geleitet seien, die Ungerechtigkeiten desSchicksals nach Möglichkeit gut zu machen, indem sie denReichen ihren Uebersluß nehmen, um die Noth der Armendamit zu lindern. Ebenso gibt diese Bande vor, daß sie dieSache, der Wahrheit, der Freiheit und des Fortschrittes mit un-flätigen Liebesgeschichten von Kellnerinen und Straßendirnen!vertheidigt. Man wird ihr Mitglied durch förmliche Auf-nahme und nach Bestehung bestimmter Proben. Man mußzuerst einen anerkannten und verdienten Schriftsteller öffentlichmit Unrath bewerfen. Bei dem Vorherrschen der gemeinenund schlechten Emotionen in den Mitgliedern der Bande machtes ihnen mehr Vergnügen, einen Beneideten verunglimpft zusehen, als selbst gelobt zu werden. Dann muß der BewerberEinen oder Einige von der Bande als Genies anbeten und zu-letzt hat er in Vers oder Prosa den Beweis zu liefern, daß erebenfalls in der Sprache eines Zuhälters Gedanken einesStrolches und Empfindungen eines Stinkthiers auszudrückenwisse. Sind diese drei Proben gut bestanden, so wird manin die Bande ausgenommen und für ein Genie erklärt. Wiedie Räuberbanden ihre Schlupfwinkel, ihre Hehler und ihre ge-heimen Bundesgenossen oderAffiliirten" in der bürgerlichenGesellschaft haben, so besitzt die Bande ihre eigenen Blätter,ihre bestimmten Verleger, die ihr wenigstens anfangsAlles abnahmen, und geheime Einverständnisse mit Kritikernanständiger Zeitungen. Ihr Einfluß reicht sogar bis in dieFremde hinüber, eine Erscheinung, die bei der Bandenbildunghäufig beobachtet und von Lombroso ausdrücklich sestgestellt