Druckschrift 
2 (1893)
Entstehung
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458
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Der Realismus.

Schriftstellern zu. So wagt Hans Merian^ zu sagen:Spiel-hagen gibt sich den Anschein, als ob er die Grundideen undKonflikte seiner Romane aus den unsere Gegenwart bewegendengroßen Zeitfragen schöpfe. Bei näherer Betrachtung löst sichaber auch diese ganze Herrlichkeit in eitel Spiegelfechterei auf."Und:Den in neuester Zeit in Realismus machenden Noman-fabrikanten L In Paul Lindau machen wir den falschen, un-echten Realismus zum Vorwurf." Und derselbe Hans Merianfindet Max Kretzers und Karl Bleibtreus Realismus echt, ihrenach Berlin geschmuggelten Pariser Cocottengeschichten undAbenteuer mythischer Kellnerinenaus den großen Zeitsragengeschöpft"! Bleibtreu, dessen einzige Fähigkeit die für die Re-klame ist, der nur mit den überwältigendsten Neklamekünstensein realistisches Jungdeutschland gegründet hat, singt mitfrommem Augenaufschlag:Der Säugling kreischt aus dem

Reklamewindel: O bitte, bitte, etwas Presseschwindel,Der Pöbel immerdar verehrt die Suada der Pathosschwäher!"Ist das nicht die Methode der Leute, die vor einem Schutz-mann ausreißen und im Laufen am lautesten schreien:Haltetden Dieb"?

Die jungdeutsche Bewegung ist ein unvergleichliches Bei-spiel jener literarischen Bandenbildung, die ich im ersten Buchebeschrieben habe. Sie begann mit einer Gründung in allerForm. Ein Mann warf sich zum Hauptmann auf und warbSpießgesellen, um mit ihnen in die böhmischen Wälder zuziehen. Der Zweck war derselbe, den jede andere Verbrecher-bande, die Maffia, die Mala vita, die Mano negra u. s. w.verfolgt: Wohlleben ohne Arbeit durch Plünderung der Reichenund Brandsckatzung der eingeschüchterten Armen, Begünstigungder Nachehandlungen einzelner Mitglieder an Persönlichkeiten,

>) Hans Merian, Die sogenanntenJungdeutschen" in unsererzeitgenössischen Literatur. Zweite Auflage. Leipzig, ohne Jahreszahl.S. 12, 14.