II. Die „jungdeutschen" Nachäffer.
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Schlaf nicht ruhen lassen und die Beiden haben sich zusammen-gethan, um sein „Vor Sonnenaufgang" nachzuahmen. Ausihrem vereinten Bemühen ist die „Familie Selicke" hervor-gegangen, ein Drama, in dem ebenfalls gar nichts geschieht,in dem ebenfalls der Alkoholismus behandelt wird und diePersonen ebenfalls mundartlich sprechen. Für die „Modernität"ist ein Kandidat der Theologie angestellt, der ein Freidenkergeworden ist, übrigens aber trotzdem eine Pastorstelle annehmenwill. Ich erwähne dieses nichtssagenden Machwerks blos, weildie Realisten es als eine ihrer Großthaten anzuführen pflegen.
So sehen die jungdeutschen Realisten aus, zu denen ich,wie gesagt, den einen wirklichen, berechtigten Schriftsteller Ger-hart Hauptmann nicht rechnen möchte. Sie können nicht deutsch,sie sind unfähig, das Leben auch nur zu bemerken, geschweigedenn zu verstehen, sie wissen nichts, lernen nichts, erfahren underleben nichts, sie haben nichts zu sagen, weder ein echtes Ge-fühl noch einen persönlichen Gedanken auszudrücken, aber sieschreiben immer zu^und ihr Geschreibsel gilt weiten Kreisenfür das einzige deutsche Schriftthum der Gegenwart und Zu-kunft. Sie äffen die abgestandensten Moden des Auslandesnach und wollen Neuerer und Originalgenies sein. Sie hängenvor ihren Kramladen das Schild: „Zur Modernität" und manfindet bei ihnen nichts als die abgelegten Hosen der ältestenDutzendschriftsteller. Man braucht aus Allem, was sie bisherveröffentlicht haben, nur die paar Zeilen zu streichen, in welchenvon den dunkeln sozialistischen „Studien" oder „Arbeiten" desHelden gemunkelt wird, und es bleibt ein elender Ouark ohneFarbe, Geschmack und Beziehung zu Zeit und Raum übrig,den schon vor fünfzig Jahren ein etwas gewissenhafterRedakteur als gar zu verschimmelt unter den Tisch ge-worfen hätte. Sie wissen das ganz gut, und um denenzuvorzukommen, die ihnen ihren Schwindel Vorhalten würden,schreiben sie ihn keck den von ihnen begeiferten anständigen