Druckschrift 
2 (1893)
Entstehung
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446
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Der Realismus.

reinen, zweihändigen Enten Das Schmutzbad von sich federnund schütteln! Wie werden meine anständigen RezensentenMoralästhetisch mich rädern und bütteln!" Er hat nicht nurden Gesittungsmenschen vollständig abgelegt und sich zur Rüpel-Hastigkeit eines Busch-Flegels zurückvervollkommt, er hat beidieser Umwandlung auch das letzte Fünkchen Poesie verlorenund leistet Stellen wie die folgende:Zn Gelsenkirchen, Imrochen Rheinland, Streiken die Grubenlente Und ist eingewaltiges Wesen im Gange." Das ist nicht etwa der Anfangeiner nach Zeilen bezahlten Berichterstatter-Meldung, das sollenVerse sein! Ungefähr auf der gleichen Höhe steht das GedichtMoralitäten", das ich auch darum anführe, weil es einigeSelbsterkenntniß verräth:Sie stecken uns noch tief im Blut,Die rohen Henkerskniffe, Der Unterschied von Bös undGut, Die sittlichen Begriffe. Wir sprechen immer nochvon Schuld, Von Sühne und Verbrechen, Wie wir nochstets von Gottes Huld Und Strafe Gottes sprechen. Ichaber weiß, ich bin durch Nichts Vom Mörder unterschiedenAls durch die Gabe des Gedichts Und freiem Seelenfrieden.,,Um seinen Anspruch aufModernität" zu begründen'), hatHenckell hier, wie man sieht, Nietzsche aus Klapphorn-Reime ge-zogen. Wenn der jungdeutsche Realismus selbst nichts Anderesverschuldet hätte, als den einen Karl Henckell rettungslos ver-seucht und verschwürt zu haben, so würde er schon vollauf ver-dienen, in einem Faß seines eigenen Unraths ersäuft zu werden.

Besondere Beachtung verdient Gerhard^Hauptmann, dersich bedauerlicherweise ebenfalls unter dieJungdeutschen" steckenließ. Man wird ihn kaum mit diesen verwechseln, denn wenner ihrer Ästhetik des Gemeinen auch mit einer LeichtblütigkeitZugeständnisse macht, welche bereits eine beunruhigende Stumpf-stIch bin ein zukunftwinkender Poet der Gegenwart."Wirsind die Modernen Vandalen', Wir wandeln wuchtig und schwerIn eisenbeschlagnen Sandalen Die Pfade der Zukunft daher" u. s. w.