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Der Realismus.
reinen, zweihändigen Enten — Das Schmutzbad von sich federnund schütteln! — Wie werden meine anständigen Rezensenten —Moralästhetisch mich rädern und bütteln!" Er hat nicht nurden Gesittungsmenschen vollständig abgelegt und sich zur Rüpel-Hastigkeit eines Busch-Flegels zurückvervollkommt, er hat beidieser Umwandlung auch das letzte Fünkchen Poesie verlorenund leistet Stellen wie die folgende: „Zn Gelsenkirchen, — Imrochen Rheinland, — Streiken die Grubenlente — Und ist eingewaltiges Wesen im Gange." Das ist nicht etwa der Anfangeiner nach Zeilen bezahlten Berichterstatter-Meldung, das sollenVerse sein! Ungefähr auf der gleichen Höhe steht das Gedicht„Moralitäten", das ich auch darum anführe, weil es einigeSelbsterkenntniß verräth: „Sie stecken uns noch tief im Blut, —Die rohen Henkerskniffe, — Der Unterschied von Bös undGut, — Die sittlichen Begriffe. — Wir sprechen immer nochvon Schuld, — Von Sühne und Verbrechen, — Wie wir nochstets von Gottes Huld — Und Strafe Gottes sprechen. — Ichaber weiß, ich bin durch Nichts — Vom Mörder unterschieden —Als durch die Gabe des Gedichts — Und freiem Seelenfrieden.,,Um seinen Anspruch auf „Modernität" zu begründen'), hatHenckell hier, wie man sieht, Nietzsche aus Klapphorn-Reime ge-zogen. Wenn der jungdeutsche Realismus selbst nichts Anderesverschuldet hätte, als den einen Karl Henckell rettungslos ver-seucht und verschwürt zu haben, so würde er schon vollauf ver-dienen, in einem Faß seines eigenen Unraths ersäuft zu werden.
Besondere Beachtung verdient Gerhard^Hauptmann, dersich bedauerlicherweise ebenfalls unter die „Jungdeutschen" steckenließ. Man wird ihn kaum mit diesen verwechseln, denn wenner ihrer Ästhetik des Gemeinen auch mit einer LeichtblütigkeitZugeständnisse macht, welche bereits eine beunruhigende Stumpf-st „Ich bin ein zukunftwinkender — Poet der Gegenwart." „Wirsind die Modernen Vandalen', — Wir wandeln wuchtig und schwer —In eisenbeschlagnen Sandalen — Die Pfade der Zukunft daher" u. s. w.