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Der Realismus.
Werbung zu verharren." Dieses Benehmen veranlaßt Bahr,sie „ein unnahbar hoheitsvolles Fräulein" zu nennen. Nochbemerkenswerther als auf der Straße ist sie zu Hause, bei ihrerMorgentoilette. „Oft, wenn sie unter den Grüßen des Morgens,der golden die Hyazinthe ihres Fleisches überschnppte (!!), sichaufrecht vor dem Spiegel flocht, von seinen Begierden um-ringelt, und langsam mit zupfenden Fingern, die wie rascheSchlangen schimmerten, ganz sachte und beharrlich die verwirrtenWimpern (!), die gesträubten Brauen auszog, netzte, bog, wäh-rend die Lippen sich in stumme Pfiffe rundeten, zwischen welcheneilig die unruhige Zunge hervorzischelte, ausschnellte, einschmatzte,und dann, mit verschlossenen Lidern, wie unter betender Demuthvorgeneigt, leise, behutsam, innig die Puderquaste, währenddas Näschen, in der Furcht des Staubes, sich wegspreizte, überdie gesenkten Wangen wischte," wurde der Maler begreiflicher-weise so verliebt, daß er „die Seife von ihren Fingern leckte,den fieberischen Gaumen zu kühlen." „Plötzlich aufrecht, aufeinem Bein, schnellte sie mit dem Schwünge des andern denSchuh hoch, um ihn durch eine stinke und zuversichtliche Ge-berde wieder aufzufangen. In dieser anmuthigen Pose ver-weilte sie." „Bald neigte sie sich schmachtend nach sich selber,ganz leise, ganz langsam, wollüstig in der Krümmung derBrüste verweilend, tief in die Kniee, während die Lippenwinkten; bald, während die Hüften kreisten, schlich ihr Nackenin schwänischen (!) Bögen buhlerisch gegen ihr folgsames Bild."Dabei war ihr Liebhaber so entzückt, „als ob aus tausendBrunnen brandige (!) Ströme durch seine Adern loderten".
Ich denke, es ist nicht nöthig, noch mehr Proben vondieser Irrsinn heuchelnden Redeweise zu geben, die weder inder Bildung und Anwendung der Worte noch im Satzbau derdeutschen Sprache angehört. Ich möchte nur noch zeigen, wieweit Bahr in der Nachäffung geht. Hier haben wir Nietzsche:„Aber nur immer: dieses sollte er thun und jenes sollte er