II. Die „jungdeutschen" Nachäsier.
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werke seine unvergleichliche Komik gibt, das ist, daß die ganzeStelle nicht spöttisch, sondern heilig ernst gemeint ist!
Bahr kennzeichnet selbst seinen Stil mit diesen Worten:„Ein wilder, fieberischer, tropischer Stil, der nichts mit demgebräuchlichen Namen in der üblichen Wendung heißt, sondernsich um unerhörte, dunkle, seltsame Wortneuerungen in sonder-barer und gewaltsamer Fügung peinigt." Ich will einige Er-gebnisse dieser Peinigung anführen, die einen Begriff von BahrsSprache und seiner Art, die Dinge zu sehen, geben soll. DieGeliebte des Malers hat „ein zauses Lockenzöpfchen". DerMaler „zieht die stolze Lanze seines geschmeidigen Spitzbartsaus". Er gibt „lange Erklärungen, mit Vorschlägen, Ein-würfen und Räthen" (für „Rathschlägen"!). „Irres Ballentoller Krämpfe." „Sie setzte sich auf, . . . starren, weit hin-aus gestielten Blickes." „Ohne Ziel, wie die Zigennerinenlaufen, wenn das Blut in ihnen ruft." „Er schlürfte mitlauschend ausgestreckten Sinnen diesen Duft von Blumen undFleisch." „Mit kosendem Finger über Hüften und Lenden,schaukelte er leise ihre Nerven." „Die Zeilen ihres Busen-korbes (!) schwollen zum Bersten." „Aber es fernte (!), wenner sich legte, der Schlaf, sondern (!) wurde nur, in Stößen undin Frösten, markzerfresserisch, ein gräßliches Wälzen unter grau-samen Scheinen." „Aber da war sie auf einmal weg. . .Wie ein Vogel aus der Ruhe stößt. Wie sich ein Sternschneuzt." „Alle wüstlingische Karikatur deklamirte er mitjauchzender Begeisterung."
Die Geliebte des Malers muß nach der Schilderung einherrliches Wesen sein. Wenn ein Unbekannter sie auf derStraße ansprach, „beschleunigte sie ihren Schritt ein wenig, in-dem sie, mit hochmüthig ausgezogenen Lidern, das Köpfchenrückwärts zur Seite neigte, und fing, indem sie ungeduldig mitden Fingern schnappte, daß es schnalzte, leise vor sich zu singenau, daß ihm wohl die Lust vergehen mußte, in so verlorener