II. Die „jungdeutschcn" Nachäffer.
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besitzt; er haust eine Weile mit ihr, wird ihrer dann über-drüssig und quält sie so lange, bis sie ihn verläßt und miteinem reichen Neger geht, den sie bestimmt, dem Verlassenenum große Preise Bilder abzukanfen.
Diese schöne Geschichte ist der Nahmen, in welchem Bahrdie „Seelenstände" seines Helden sich entwickeln läßt. Bahrist ein Nachäffer von einer Unerbittlichkeit, die man nur in derschweren Hysterie antrifft. Kein einziger Schriftsteller von einigerIndividualität, der ihm vor die Augen gekommen ist, hat seinerNachäffungs-Wuth entrinnen können. Der Grundgedanke der„Guten Schule", hie Qual eines Malers, der mit der Ideeeines seine ganze Seele ausdrückenden Kunstwerks ringt undvoll Verzweiflung seine Unfähigkeit erkennt, sie zu verwirklichen,ist aus Zolas „D'Oenvre^ gehamstert. Alle Einzelheiten hater sich, wie wir gleich sehen werden, aus Nietzsche, Stirner,Ibsen, den französischen Diabolikern, Decadenten und Im-pressionisten geholt. Aber Alles, was er nachschreibt, wirdunter seiner Feder zu einer Parodie von unbezahlbar köstlicherDrolligkeit.
Die Qual des Malers ist „der Lyrismus des Rothen.Seine ganze Seele gab darin das Roth, alle seine Gefühle,seine Absichten, seine Wünsche, in klagenden und hoffenden So-netten; und überhaupt eine völlige Biographie des Rothen, wasin ihm geschah und nur überhaupt mit ihm geschehen konnte. . .Aber im Wirklichen, in den schlichten Tönen des täglichenLebens vollzog sich dies hohe Lied des Rothen. . . Es war eingroßer wohlgesottener Hummer, in welchem er die Herrschsuchtund Gewaltthat des Rothen verleibte" (für „verkörperte"!),„sein Schmachten an einem Lachs daneben, und das Schelmischeund den Frohsinn an vielen Radieschen in heiteren Wechseln.Aber die große, letzte Beichte seiner ganzen Seele hing an einemschwerbauschigen, purpurnen Teppich vom Tische, den Sonnestreifte, schmal, aber von desto feurigerer Gluth." War schon das