II. Die „jungdeutschen" Nachöffer.
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graurothe Blouse des Arbeiters, der sich nie unter den Lindenzeigte, der hier tagein, tagaus an der keuchenden Maschine stand,am Arbeitstische, wo er jahrzentelang wie im Schlaf dieselbenHandgriffe verrichtete, bis die Schwielen der Hände sich zuEisen verhärteten." An die Schwielen der Arbeiter soll der seineGeliebte verzweifelt suchende Herbert oder der für diesen Vor-gang unsere Theilnahme erregen wollende Erzähler gedachthaben!
Die Gliederpuppen, die im „realistischen" Romane Schein-bewegungen aussühren und zwischen denen sich die elendsten,vermodertsten Hintertreppenroman-Rührseligkeiten abspielen, sindimmer dieselben: ein Edelmann, womöglich ehemaliger Offizier,von dem in nebeligen Ausdrücken versichert wird, daß er sichmit „Arbeiten über den Sozialismus" beschäftige (welcher Artdiese Arbeiten find, erfährt man nie, es wird nur betheuert,daß sie „sehr wichtig" sind), eine Kellnerin als Verkörperungdes Ewig-Weiblichen und ein realistischer Maler, der Bilderplant oder ausführt, welche bestimmt sind, die Menschheit voll-ständig umzuwandeln und das tausendjährige Reich auf Erdenzu stiften. Das ist das Rezept der „Modernität" des jung-deutschen Realismus: Anführung von Berliner Straßennamen,Verzückung beim Anblick einiger Droschken und Omnibus, etwasBerliner Dialekt im Munde der handelnden Personen, rohe,geistlose Erotik, schwärmerische Seitenblicke auf Sozialismusund Redensarten über Malerei, wie sie etwa eine reichgewordeneGänse-Nudlerin machen mag, wenn sie sich für etwas Rechtesausgeben will. Von den drei Gestalten, welche die Trägerdieser „Modernität" sind, ist die Kellnerin wirklich eigenartig.Das Verdienst, sie gefunden zu haben, gebührt Bleibtreu, dersie zuerst in den Novellen „Schlechte Gesellschaft" seinemHäuflein zur Bewunderung und Nachahmung vorstellte. Sieist ein Gemisch aller Fabelwesen, welche die Dichtkunst bisherersonnen hat: zugleich Chimäre mit Flügeln, Sphinx mit
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