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Der Realismus.
liegt im Handbereiche eines jeden Hotel-Lohndieners. Umsolches Berlinerthum in einen Sudelroman zu bekommen, brauchtder Verfasser blos eineu Stadtplan und allenfalls einen Fremden-führer zu besitzen. Die Besonderheit des Großstadtlebens wirddurch Stellen wie diese dargestellt: „Zn beiden Seiten desTrottoirs" (er will sagen: „Auf dem Trottoir an beiden Seiten")„drängte sich eine dichte Menschenmenge und in der Mitte derAllee, unter den Bäumen, die ihre ersten Blätter entfalteten,strebte eine zerstreute Schaar, wie die unregelmäßigen" (?)„Wellen einer Flut, aus der Stadt hinaus." Oder: „Ans allenTrottoirs eine Völkerwanderung, ein Durcheinanderschieben undhastendes Streben, das auf dem Platze zwischen dem betäubendenGewirre der Droschken, der Trambahuwagen und der großen,schwerfälligen Omnibusse" (so!) „mit ihren vollbesetzten Ver-decken in ein Rennen und Laufen ausartete, um nicht unterdie Räder zu gerathen" (man beachte dieses Deutsch: einStreben, das nicht unter die Räder gerathen will!), „um sich ansdie Rotunde des Platzes zu retten" u. s. w. Also das Einzige,was Tovote in Berlin sieht, ist das, was ein Bauernjunge ausBuxtehude bemerkt, der zum erstenmale sein Dorf verläßt undsich vor Verblüffung nicht fassen kann, in der Stadt mehrMenschen und mehr Wagen zu finden als in seiner Dorfgasse.Es ist gerade der Anblick, den der Städter überhaupt nichtmehr wahrnimmt, der einer besonder» Schilderung nicht bedarf,weil er im Begriffe „Stadt", und vollends „Großstadt", ent-halten ist, und der namentlich für Berlin in keiner Weisekennzeichnend ist, da Breslau, Hamburg, Köln u. s. w. ihnganz ebenso auszuweisen haben.
Der Sozialismus kommt in den „modernen" Romanenwie Pilatus ins Credo. Tovote erzählt z. B., wie Herbert diednrchgegangene Lucie sucht; er kommt dabei auch in die Ar-beiter-Viertel Berlins und das ist dem Verfasser ein genügenderAnlaß zu dieser schönen Betrachtung: „Ueberall die blaue und