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Der Realismus.
dem Maulwurf ist sie eiu Tonstück und eine Tastempfindung,dem Hnnde ist sie eine Sammlung von Gerüchen. Wasnun insbesondere das Riechen betrifft, so hat es seinen Zentral-sitz in dem sogenannten Riechlappen des Gehirns, der in demMaße kleiner wird, in welchem sich der Stirnlappen entwickelt.Je weiter man in der Reihe der Wirbelthiere zurückgeht, umsogrößer ist verhältnißmäßig der Riech-, umso kleiner der Stirn-lappen. Beim Menschen ist der Riechlappen ganz zurück-getreten und der Stirnlappen, der muthmaßliche Sitz der höchstenGeistesverrichtungen, auch der Sprache, wiegt weit vor. DieFolge dieser anatomischen Verhältnisse, die sich unserer Ein-wirkung entziehen, ist, daß das Riechen an der Erkenntnißdes Menschen kaum mehr einen Anthcil hat. Er erlangt seineEindrücke von der Außenwelt nicht mehr durch die Nase, sondernhauptsächlich durch Auge und Ohr. Zu den Begriffen, welcheaus einzelnen Bestandtheilen der Vorstellungen gebildet werden,liefern Geruchswahrnehmungen nur einen verschwindend kleinenBeitrag. Düfte können also nur im beschränktesten Maße ab-gezogene Begriffe erwecken, das heißt höhere und zusammen-gesetzte Denkthätigkeit und die sie begleitenden Emotionen an-regen, eine „Duft-Symphonie" im Sinne des Esseintes kannfolglich auch nicht den Eindruck des Sittlich-Schönen geben, dadieses eine Vorstellung ist, die von den gedankenbildenden Zentrenausgearbeitet wird. Um dem Menschen durch bloße Gerüche ab-gezogene Begriffe, folgerichtig gegliederte Gedanken und Urtheileeinzugeben, um ihn die Welterscheinung, deren Veränderungenund die Ursachen der Bewegung als eine Reihenfolge vonDüften erfassen zu lassen, müßte man seinen Stirnlappen unter-drücken und ihm den Riechlappen eines Hundes geben und dasgeht denn doch über die Fähigkeit „verständnißvoller" Schwach-köpse hinaus, auch wenn sie ihre alberne Aesthetik noch so fanatischpredigen. Die Riecher unter den Entarteten stellen einen Rück-schlag, nicht etwa auf urmenschliche, sondern noch sehr viel