I. Zola und die Zolaschuleu.
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sehr hohem Grade mit Koprolalie behaftet. Es ist ihm einBedürfnis;, schmutzige Ausdrücke zu gebrauchen, und sein Be-wußtsein ist fortwährend von Verstellungen verfolgt, welche sichauf Koth, Unterleibs-Verrichtungen und was mit ihnen zu-sammenhängt beziehen. Andreas Verga hat vor Jahren eineForm der Onomatomanie oder des Wort-Wahnsinns beschrieben,die er „mnuin blnsplieirmtorio/ oder Fluch-Wahnsinn nennt.Sie äußert sich darin, daß der Kranke den unwiderstehlichenDrang empfindet, Flüche oder Gotteslästerungen auszusprechen.Auf Zola paßt Vergas Diagnose vollständig. Es ist nur alsmnuin lilaspliswutorin zu deuten, daß er in „Uu Nerro" einemKerl, der an Winden leidet, ohne jede künstlerische Nothwendig-keit, ohne damit eine ästhetische Wirkung, sei es der Heiterkeit,sei es der Lokalfarbe, zu beabsichtigen, den Spitznamen JesusChristus beilegt. Endlich hat er eine auffallende Vorliebe fürRothwälsch, für die Berufssprache der Diebe, Zuhälter u. s. w.,die er nicht etwa blos anwendet, wenn er Personen der be-zeichneten Art sprechend vorführt, sondern deren er selbst sichbedient, wenn er, der Dichter, zu Schilderungen oder Be-trachtungen das Wort nimmt. Diese Neigung zum „Argot"ist von Lombroso^ ausdrücklich als ein Entartungs-Merkmaldes Verbrechers von Geburt verzeichnet.
Die Verworrenheit seines Denkens, die sich in seinen theo-retischen Schriften, in seiner Erfindung des Wortes „Naturalis-mus", in seinen Vorstellungen vom „Experimental-Roman"kundgibt, seine triebhafte Hinneigung zur Darstellung vonWahnsinnigen, Verbrechen:, Prostituirten und Halbnarren
>) Lombroso, I70omc> üslinguonts u. s. w. S. 467 ff.
0 Richtig sind seine Darstellungen von Verbrechern mit Zwangs-antrieb freilich nicht. Laien haben seine Schilderung des MördersLantier in btzts Immains" sehr bewundert. Der berufenste Be-urtheiler jedoch, Lombroso, sagt über diese Gestalt, zu der Zola nachseiner eigenen Erklärung die Anregung im „Homo äslingusnts" ge-Nordau, Entartung. II. 26