Druckschrift 
2 (1893)
Entstehung
Seite
402
Einzelbild herunterladen
 

402

Der Realismus.

sein Anthropomorphismus und Symbolismus, sein Pessimismus,seine Koprolalie und seine Vorliebe für Nothwälsch kennzeichnenZola hinreichend als höhern Entarteten. Er weist aber außer-dem noch einige besonders charakteristische Stigmate auf, welchedie Diagnose vollends sicherstellen.

Daß er ein Sexual-Psychopath ist, veräth sich aus jederSeite seiner Romane'). Er schwelgt fortwährend in Vor-stellungen aus dem Bereiche der niedrigsten Geschlechtlichkeitund flicht sie, ohne die Hineinzerrung irgendwie künstlerisch be-gründen zu können, in alle Vorgänge seiner Romane. Bildervon Unzucht wider die Natur, Bestialität, Passivismus undsonstigen Verirrungen bevölkern sein Bewußtsein und er be-gnügt sich nicht damit, bei den betreffenden Handlungen vonMenschen lüstelnd zu verweilen, er führt sogar sich paarendeThiere vor (s. das Anfangs-Kapitel vonUm Rorre"). Be-sondere Erregung verschafft ihm der Anblick von Frauenwäsche,von der er nie sprechen kann, ohne durch die emotionelle

fanden hat:Zola hat . . . meiner Uebcrzeugung nach Verbrecherim Leben nicht beobachtet. . . Seine Verbrechergestalten machen mirden Eindruck des Blassen und Verzeichneten gewisser Lichtbilder, diePorträts nicht nach dem Leben, sondern nach Oelgemälden wieder-geben." Os piü rsvsvti soopsrto u. s. w. Turin 1893, S. 386.

ff Dafür, daß Zolas vita ssxaulw anormal ist, liegen auchandere Zeugnisse als seine Romane vor. Ich habe nicht das Recht,über persönliche Gebrechen eines Lebenden Etwas zu sagen, was nichtin öffentlichen Druckschriften aller Welt zugänglich ist, ich möchte alsonur diese Stelle ans demöonrnal clss Ooncronrt" anführen, dieunter dem 25. Januar 1875 verzeichnet ist:Zola ist ganz glücklich,geht ganz auf bei der ausgezeichneten Küche und als ich ihm sage:Zola, sind Sie etwa ein Fresser? antwortet er: Ja. Es ist meineinziges Laster. Wenn cs bei mir zu Hause nicht etwas Gutes zuessen gibt, bin ich unglücklich, ganz unglücklich. Ich habe nur dasdas Andere, das ist für mich nicht vorhanden! Ah! Sie wissen nicht,was ich für ein Leben führe." Als Zola nach Goncourts Zeugnitzso sprach, war er genau 35 Jahre alt!