Druckschrift 
2 (1893)
Entstehung
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395
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I. Zola und die Zolaschulen.

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Beleuchtung zu nahe steht und in dem man nichts unterscheidenkann als eine Widerspiegelung des eigenen Gesichts.

Zola nennt seine Roman-ReiheNatur- und Gesellschafts-Geschichte einer Familie unter dem zweiten Kaiserreich" undsucht damit die doppelte Vorstellung zu erwecken, daß dieNougon-Macquarts eine typische Durchschnitts-Familie desfranzösischen Bürgerstandes sind und daß ihre Geschichte dasallgemeine Gesellschafts-Leben Frankreichs zur Zeit Napoleons III.darstellt. Er erhebt es fa ausdrücklich zum Knnstgrundsatze,daß der Romandichter blos beobachtetes Alltags-Leben erzählensoll*). Ich selbst habe mich vor dreizehn Jahren von seinerFlunkerei irreführen lassen und seine Romane gläubig alssittengeschichtliche Beiträge zur Kenntniß französischen Lebenshingenommen. Ich weiß das heute besser. Die Familie,deren Geschichte Zola in zwanzig mächtigen Bänden vorträgt,steht gänzlich außerhalb des normalen Alltags-Lebens und siehat gar keine nothwendige Beziehung zu Frankreich und zumzweiten Kaiserreich. Sie könnte ebenso gut in Patogonienund zur Zeit des dreißigjährigen Krieges gelebt haben. Er,der sich über dieIdealisten" als dieDichter des Ausnahms-weisen, des nie Erlebten" lustig macht, hat zum Inhalt seinesLebenswerkes das Allerausnahmsweiseste erwählt, was es über-haupt gibt: eine Gruppe von Entarteten, von Wahnsinnigen,Verbrechern, Prostituirten undMattoiden", die durch ihrekrankhafte Beschaffenheit außerhalb der Art-gestellt sind, dienicht zur regelmäßigen Gesellschaft gehören, sondern von ihr

9 »Ich möchte die Menschheit auf ein weißes Blatt legen, alleDinge, alle Wesen, ein Werk, das die ungeheure Arche wäre." Zola,Vorrede zur Ausgabe von 1875 derUrals äs 1'^.bbö Noarsl."Werft euch in den banalen Gang des Daseins."Wählt als Heldeneine Dutzendpersönlichkeit in der Einfachheit ihres Alltagslebens."Keine hohlen Apotheosen, keine großen falschen Gefühle, fertigenFormeln" u. s. w. Zola, I,s roman sxpürimsnträ, passim.