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Der Realismus.
als ein grausiges Symbol in das Leben und Thun aller Per-sonen hineindroht; so im „Assommoir" der Destillir-Apparat,in „Pot-Bouille" die „feierliche Treppe", in ^n bonbonr ckes(tarnet der Modebazar, in „Nana" sogar die Titelheldinselbst, die nicht eine gewöhnliche Dirne ist, sondern „ein Riesen-Ungeheuer mit lastergeschwollener Kruppe, eine fürchterliche Volks-Venus, ebenso viehisch dumm wie roh schamlos, eine Art Hindu-Götzen, der blos seine Hülle fallen zu lassen braucht, um Greiseund Gymnasiasten festzubannen, und der zeitweise selbst fühlt,wie er Paris und die Welt beherrscht."^ Diesen Symbolis-mus haben wir bei allen Entarteten, außer bei den eigentlichenSymbolisten und den anderen Mystikern auch bei den Dia-bolikern und namentlich bei Ibsen, angetroffen. Er fehlt
niemals im Zweifel- oder Verneinungs-Wahnsinn.") Der an-gebliche „Realist" sieht ebenso wenig wie ein abergläubisch ver-schüchterter Wilder und wie ein an Sinnestäuschungen leidenderGestörter die nüchterne Wirklichkeit. Er trägt seine Stimmungenin sie hinein. Er ordnet die Erscheinungen willkürlich an, sodaß sie eine ihn beherrschende Vorstellung auszudrücken scheinen.Er dichtet den todten Gegenständen märchenhaftes Leben anund gestaltet sie in ebenso viele Kobolde mit Empfindung,Willen, Tücken und Gedanken um, aus den Menschen abermacht er Automaten, durch die irgend eine geheimnißvolle Ge-walt, ein Schicksal im antiken Sinne, eine Naturkraft, ein Zer-störungsprinzip, sich kundgibt. Seine endlosen Beschreibungenbeschreiben nichts als sein Inneres. Man gewinnt aus ihnennie ein Bild der Wirklichkeit, denn das Weltbild ist für ihnwie ein frisch gefirnißtes Oelgemälde, dem man bei ungünstiger
>) Brünettere, a. a. O. S. 156.
-) „Alles ist Geheimnist. Alles ist Schein. Nichts besteht wirk-lich." Worte einer an Verneinungs-Wahnsinn leidenden KrankenArnauds. Siehe F. L. Arnaud, Lar Is äälirs des nögation--. banaleswödioo-ps^ebologiguos, Zwists, l'oms 16, S. 387 ff.