Druckschrift 
2 (1893)
Entstehung
Seite
393
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I. Zola und die Zolaschulen.

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hatten einen Schauder, sie flössen nieder und verhüllten dieTiefen des Ladens mit einem verwirrenden Anschein von Ge-heimniß." Es wäre ein Leichtes, diese Nebeneinanderstellungenüber Hunderte von Seiten auszudehnen. Ich habe mir denkleinen Scherz erlaubt, den angeführten Stellen den Namendes Verfassers nicht beizufügen. Aus der Natur des be-schriebenen Gegenstandes wird der besonders aufmerksame Leservielleicht bei der einen oder andern Stelle errathen haben, obsie von Hugo oder Zola ist; ich habe es ihm dadurch er-leichtern wollen, daß ich die Anführungen aus Victor Hugoblos ausNotre Dame" zog; bei den meisten aber wird ersicher nicht wissen, wem er sie zuschreiben soll, so lange ichihm nicht gesagt habe, daß das 5., 7., 9., 11., 12., 16., 17. und18. Beispiel von Victor Hugo, alle anderen von Zola sind.

Zola ist eben durch und durch Romantiker in seinem Ver-halten zur Welterscheinung und in seiner Kunstmethode. Erübt beständig in ausgedehntester und intensivster Weise jenenatavistischen Anthropomorphismus und Symbolismus, der eineFolge unentwickelten oder mystisch verworrenen Denkens ist undsich bei Wilden als natürliche, bei Entarteten aller Kategorienals Rückschlags-Form der Geistesthätigkeit findet. Wie Hugo,wie die Romantiker zweiten Ranges, sieht Zola jede Er-scheinung ungeheuerlich vergrößert, geheimnißvoll drohend, un-heimlich verzerrt. Sie wird ihm wie dem Wilden zum Fetisch,dem er böse, feindselige Absichten zuschreibt. Maschinen sindgrause Unthiere, die Vernichtung träumen; Straßen von Parisöffnen Molochsrachen, um Menschenmengen zu verschlingen;ein Modemagazin ist ein angsterregendes, übernatürlich ge-waltiges Wesen, das keucht, anzieht, erdrückt u. s. w. DieKritik hat es, ohne Verständniß für die psychiatrische Be-deutung dieses'Zuges, schon lange hervorgehoben, daß in jedemRomane von Zola irgend eine Erscheinung wie eine Zwangs-vorstellung herrscht, den Mittelpunkt des Werkes bildet und