Druckschrift 
2 (1893)
Entstehung
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389
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I. Zola und die Zolaschulen.

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vards und Pocuchets^und wenn man Flauberts nachgelassenenRoman liest, möchte man stellenweise beinahe glauben, daß eran Zola, oder doch auch an ihn, gedacht habe, als er dieStudien" seiner Helden beschrieb.

Ich glaube gezeigt zu haben, daß keine von den Eigen-thümlichkeiten, die Zolas Methode ausmachen, sich bei ihmzuerst findet. Für alle hat er Vorbilder gehabt und manchevon ihnen sind so alt wie die Welt. Der angebliche Realis-mus, die Beschreibungswuth, der Impressionismus, die Betonungdes milieu, die menschliche Urkunde, die Schnitte Leben, sindästhetische und psychologische Mißverständnisse, aber Zola hatnicht einmal das fragliche Verdienst, selbst aus sie verfallen zusein. Das einzige, was er erfunden, ist das WortNaturalis-mus", das er an die Stelle des bis dahin allein gebräuchlichgewesenenRealismus" gesetzt hat, und das WortExperimental-Roman", das gar nichts bedeutet, aber einen kleinen pikantenBeigeschinack von Naturwissenschaft besitzt, der zur Zeit vonZolas Auftreten von seinem Publikum als angenehme Würzeempfunden wurde.

Das einzig Wahre und Wirkliche, was Zolas Romaneenthalten, sind die kleinen Züge, die er den Tagesncuigkeitender Zeitungen und den Fachwerken nachgeschrieben hat. Aberauch sie werden unwahr durch die Kritiklosigkeit und den Un-geschmack, mit welchen er sie verwendet. Denn damit die derWirklichkeit entnommene Einzelheit wahr bleibe, muß sie ihrrichtiges Verhältniß zur Gesammterscheinung bewahren und dasthut sie bei Zola nie. Wenn Zola, um nur zwei Beispieleanzuführen, inPot-Bouille" alle Schändlichkeiten, die er imLaufe von dreißig Jahren aus Erzählungen seiner Bekannten,aus Gerichtsverhandlungen und Tagesneuigkeiten der Zeitungenüber äußerlich ehrbar thuende Bürgerfamilien erfahren hat,innerhalb weniger Monate bei den Bewohnern eines einzigenHauses in der Nue de Choiseul sich ereignen läßt oder wenn