Druckschrift 
2 (1893)
Entstehung
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I. Zola und die Zolaschulen.

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ergeben. Wir wissen nicht einmal, weshalb die eine Menschen-rasse hochwüchsig, die andere klein, die eine blauäugig undblond, die andere dunkel an Haar und Auge ist, und das sinddoch ungleich einfachere, äußerlichere, zugänglichere Eigenschaftenals die seinen Besonderheiten des Geistes und Charakters,lieber die Ursachen dieser Besonderheiten wissen wir nichts Be-stimmtes. Wir können darüber Vermuthungen anfstellen, abereinstweilen haben selbst die einleuchtendsten von diesen noch dieBeschaffenheit zwar wahrscheinlicher, aber unerwiesener An-nahmen. Und nun will der Dichter auftreten, sich unfertigerwissenschaftlicher Hypothesen bemächtigen, sie mit eigenenphantastischen Einfällen ergänzen und lehren:Seht ihr,

dieser Mensch, den ich euch zeige, ist das geworden, waser ist, weil seine Eltern diese und jene Eigenschaften gehabt,weil er dort und dort gelebt, weil er als Kind diese und jeneEindrücke empfangen hat, weil er so genährt, so erzogenwurde, in solchen Umgang gerathen ist" u. s. w.? Er thnt daEtwas, was nicht seines Amtes ist. Statt künstlerischer Ge-staltung versucht er, uns Wissenschaft zu geben, und er gibtuns falsche Wissenschaft, denn er hat von den Einflüssen, dieden Menschen wirklich formen, keine Ahnung und was er ausdemMilieu" als die Ursachen der Besonderheiten des In-dividuums heraushebt, das ist wahrscheinlich das unwesentlichsteund jedenfalls nur ein verschwindend kleiner Theil von dem,was bei der Bildung der Persönlichkeit wirklich bestimmendwar. Man erwäge doch, daß über die einzige Frage nach derEntstehung des Verbrechers in den letzten zwanzig JahrenTausende von Büchern und Broschüren geschrieben worden sind,daß Hunderte von Medizinern, Juristen, Nationalökonomenund Philosophen ersten Ranges ihr die eingehendsten und an-strengendsten Untersuchungen gewidmet haben und daß wirnoch weit entfernt sind, mit Sicherheit sagen zu können, welchenAntheil an der Bildung des Vcrbrechertypus die Vererbung,