Druckschrift 
2 (1893)
Entstehung
Seite
363
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I. Zola und die Zolaschulen.

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Feierlichkeit gegen die Unflätigkeit jenes Buches Einspruch zuerheben und ihren Meister in aller Form zu verleugnen. Daßdie Romane von Zola selbst noch immer sehr starken Absatzfinden, wie er mit großem Stolze betont, beweist durchausnicht, daß seine Richtung noch lebendig ist. Die Menge be-harrt länger in den einmal angenommenen Gewohnheiten alsdie Auslese, die Führenden und Schaffenden. Wenn jene Zolanach wie. vor folgt, so haben diese sich doch bereits völlig vonihm abgewendet. Der Erfolg der jüngsten Romane Zolas er-klärt sich überdies aus ganz anderen als künstlerischen Gründen.Seine Witterung für das, was die öffentliche Meinung be-schäftigt, ist vielleicht der wesentlichste Theil seiner Begabung.Er wählt von vornherein Stoffe, für die er des sachlichenInteresses weiter Kreise sicher ist, sie mögen wie immer be-handelt werden. Mit Büchern, welche die Geschichte des Börsen-Zusammenbruchs von 1882 oder des Krieges von 1870 inromanhafter Form erzählen wieIDIi'A'ent" und .,1m vebaale" ist heute noch jeder einheimische Schriftsteller von bekanntemNamen sicher, beim französischen Publikum leidenschaftlicheAntheilnahme zu erwecken. Und ans die Kundschaft der zahl-losen Liebhaber von Zoten und Unflätereien kann Zola ebenfallsrechnen. Dieses Publikum bleibt ihm treu und findet bei ihm,was es sucht. Neue Anhänger wirbt er aber in seinem Vater-lande schon lange nicht mehr und im Auslände nur noch unterdenen, die ängstlich jeder Mode, in Halsbinden wie in Büchern,folgen, die aber zu unwissend sind, um bereits erfahren zu haben,daß Zola in Frankreich selbst längst aufgehört hat, die letzteMode zu sein.

Für seine Jünger ist Zola der Erfinder des Realismusim Schriftthum. Das ist ein Anspruch, den eben nur dieseüber alle Begriffe unwissenden Bursche"erheben können, für diedie Weltgeschichte erst mit dem Augenblicke beginnt, in welchemsie sich herbeigelassen haben, von ihr Kenntniß zu nehmen.