V. Friedrich Nietzsche.
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umwirft, schreit, tobt, alle Welt beleidigt und endlich bei Seitegeht, beschämt, wüthend über sich." (Gewiß „kommt das bis-weilen vor," nicht blos „heute," sondern zu allen Zeiten, abernur bei Tobsüchtigen.) „Wo ist der Wahnsinn, mit dem ihrgeimpft werden müßtet? Seht, ich lehre euch den Ueber-menschen, der ist . . . dieser Wahnsinn." „Jeder gilt dasGleiche. Jeder ist gleich. Wer anders fühlt, geht freiwillig (?)ins Irrenhaus." „Diesen Uebermuth und diese Narrheit stellteich an die Stelle jenes Willens, als ich lehrte: bei Allem istEins unmöglich — Vernünftigkeit." „Meine Hand ist eineNarrenhand. Wehe allen Tischen und Wänden und was nochPlatz hat für Narren-Zierrath, Narren-Schmierrath." Er ent-schuldigt auch nach Tobsüchtigen-Art seine Geisteskrankheit: „Zu-letzt bliebe noch die große Frage offen, ob wir der Erkrankungentbehren können, selbst zur Entwickelung unserer Tugend, undob nicht namentlich unser Durst nach Erkenntniß und Selbst-erkenntniß der kranken Seele so gut bedürfe als der gesunden."
Endlich fehlt selbst die Tobsuchts-Vorstellung von seiner„Ur^esundheit" nicht: Seine Seele ist „Heller stets und stetsgesunder"; „wir Argonauten des Ideals" sind „gesünder alsman es uns erlauben möchte, gefährlich gesund, immer wiedergesund" u. s. w.
Das ist, in nothwendig gedrängter Uebersicht, die ausSinnestäuschungen herrührende besondere Färbung, die Formund der Inhalt von Nietzsches Denken. Und diesen unglück-lichen Geisteskranken, dessen Geschreibsel ein einziges langesJrrereden ist, in dessen Schriften aus jeder Zeile die Tobsuchtherauskreischt, hat man ernsthaft als „Philosophen" behandelt,seine Faselei hat man als „System" dargestellt! Ein Berufs-philosoph, Herausgeber zahlreicher philosophischer Schriften,Or. Kirchner, hebt in einem Zeitungs-Anfsatz über NietzschesSchrift: „Der Fall Wagner" ausdrücklich hervor, daß sie „vongeistiger Gesundheit förmlich strotze", ordentliche Hochschullehrer