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Die Jch-Sucht.
wie G. Adler in Freiburg und Andere feiern Nietzsche als„kühnen und eigenartigen Denker" und nehmen mit heiligemErnst zu feiner „Philosophie", theils begeistert anerkennend,theils sorgsam begründete Vorbehalte machend, Stellung! An-gesichts einer so unheilbar tiefen Geistesstumpfheit kann es nichtWunder nehmen, wenn der klardenkende und gesunde Theil derheutigen Jugend in vorschneller Verallgemeinerung auf diePhilosophie selbst die Verachtung überträgt, welche amtlich be-stellte Lehrer der Philosophie verdienen, die sich unterfangen,ihre Schüler in die Geisteswissenschaft einführen zu wollen,und nicht einmal die Fähigkeit besitzen, die zusammenhangloseGedankenflucht eines Tobsüchtigen von vernünftigem Denken zuunterscheiden!
vr. Hermann Türck^ kennzeichnet in trefflichen Wortendie Jünger Nietzsches: „Diese Weisheit" („Nichts ist wahr, Allesist erlaubt") „aus dem Munde eines moralisch irrsinnigenGelehrten hat . . . großen Anklang gefunden bei Leuten, dieselbst infolge eines moralischen Defekts einen Widerspruch in sichgegen die Forderungen der Gesellschaft empfinden. Namentlichjenes Geistesproletariat der Großstädte jubelt über die neuegroßartige Entdeckung, daß alle Moral und alle Wahrheitdurchaus überflüssig und der Entwickelung des Individuumsnur schädlich ist. Sie haben es sich ja immer im Stillengesagt: ,Nichts ist wahr, Alles ist erlaubt*, und haben auchdanach, so weit es irgend anging, gehandelt, aber jetzt dürfensie es laut und mit Stolz bekennen, denn Friedrich Nietzsche,der neue Prophet, hat diese Maxime als die höchste Lebens-wahrheit gepriesen. . . Nicht die Gesellschaft hat Recht mitihrer Werthschätzung der Moral, Wissenschaft und echten Kunst,bewahre, sie, die Individuen, die nur ihre selbstsüchtigen, per-sönlichen Zwecke verfolgen, die nur so thun, als ob ihnen an
I)r. Hermann Türck, a. a. O. S. 5V.