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Die Jch-Sucht.
die des Abgrunds zusammen, die gleichfalls beständig wieder-kehrt. Die Worte „Abgrund" und „abgründlich" gehören zuden häufigsten in Nietzsches Schriften. An seine Bewegungs-Vorstellungen, namentlich an die des Fliegens und Schwedens,knüpfen seine Worte mit „Ueber" an. („Uebermoralischer Sinn."„Uebereuropäische Musik." „Kletternde Affen und Ueberheiße."„Von der Art hinüber zur Ueberart." „Der Ueberheld." „DerUebermensch." „Der Ueberdrache." „Ueber-Zudringliche undUeber-Mitleidige" u. s. w.) Auf einen gewissen Grad vonAnxiomanie oder Angstwahnsinn deutet die Beharrlichkeit hin,mit der die Worte „schauerlich," „unheimlich," „schaudern",„Graus" u. s. w. sich in seinen Redestrom drängen.
Wie es in der Tobsucht die Regel ist, hat Nietzsche dasBewußtsein der krankhaften Vorgänge in seinem Innern under spielt an unzähligen Stellen auf den rasend schnellen Ablaufseines Denkens und auf seinen Wahnsinn an: „Jenes echtphilosophische Beieinander einer kühnen ausgelassenen Geistig-keit, welche presto läuft. . . Das Denken gilt ihnen als etwasLangsames, Zögerndes, beinahe als eine Mühsal, aber ganz undgar nicht als etwas Leichtes, Göttliches und dem Tanze, demUebermuthe Nächst-Verwaudtes." „Der kühne, leichte, zarteGang und Laus seiner Gedanken." „Wir denken zu rasch. . .Es ist, als ob wir eine unaufhaltsam rollende Maschine imKopfe herumtrügen." „Die ungeduldigen Geister sind es, beidenen eine förmliche Lust am Irrsinn ausbricht, weil der Irr-sinn ein so fröhliches Tempo hat." „Zu langsam läuft miralles Reden — in deinen Wagen springe ich, Sturm! . . .Wie ein Schrei und ein Jauchzen will ich über weite Meerehinfahren." „Ueber der Menschheit schwebt fortwährend alsihre größte Gefahr der ausbrechende Irrsinn." (Natürlich denkter an sich, wenn er von der „Menschheit" spricht.) „Es kommtheute bisweilen vor, daß ein milder mäßiger zurückhaltenderMensch plötzlich rasend wird, die Teller zerschlägt, den Tisch